Hat man den Mut oder besser: die Offenheit, Freunde und Bekannte über seinen prekären Gesundheitszustand zu orientieren, so bekommt man grosse Zuwendung.
Wobei, dessen ist man sich bewusst, wird diese Zuwendung nicht unbeschränkt sein. Sobald der Zustand sich verschlechtert, werden einige Bekannte und Freunde sich abwenden, da ihnen die Kraft fehlt, den Niedergang auszuhalten. Sie werden sich schützen.
Es ist ein eigentümliches Gefühl, plötzlich im Fokus von Fürsorge und Rücksicht zu stehen. Während man bisher das Leben von beiden Enden abspuhlte, immer vorwärts stürmte, ohne Müdigkeit und Beschwerden zu beachten, wird man sich seiner körperlichen Grenzen bewusst. Grenzen: Die Zeit ist nicht mehr ausdehnbar, die Zukunft nicht mehr abstrakt, Pläne wie „einmal werde ich“ gehen sang- und klanglos unter.
Das Aufgeschobene wird nicht nachgeholt werden. Alles, was verblödet wurde, wird vertan bleiben. Es wird keine Gnadenfrist geben.
Die Zeit wird ablaufen.