Die „Lückebüesserli“-Institution ist eine Schule der Demokratie. Zur Erinnerung: Das „Lückebüesserli“ füllt während der Monate Dezember bis Februar die gastronomische Leere zwischen dem Dählhölzli und dem Flughafen Belpmoos, und das seit sieben Jahren. Ein adhoc-Beizli mit Imbisswagen, Feuerhäuschen und Zelt stillt die leiblichen Bedürfnisse der Spaziergänger an der Aare zwischen Bern und Belp. Im Feuerhäuschen werden über dem offenen Feuer Würste grilliert, es dient aber auch frierenden Wanderern und einsamen Seelen als Hort des Austausches unter verschiedensten Menschen. Im Imbisswagen dampft eine Suppe, fast jeden Tag eine andere, welche ebenfalls zum Wohlbefinden der Gäste beiträgt. Im Übrigen werden dort auch Hotdogs, Lachsbrötchen, Hobelkäse und Getränke wie Glühwein, alkoholfreier Punsch, Bier, Wein, Crémant, Prosecco und alle möglichen Softdinks ausgegeben. Im Zelt, sofern es nicht weggeblasen worden wäre, wurden und werden auch wieder Fondueabende durchgeführt, welche sich grosser Beliebtheit erfreuen. Zum ersten Mal hat das „Lückebüesserli“ einen neuen Standort, nämlich das Muribad, nachdem es vom Muribadparkplatz aus „Gründen des Naturschutzes“ vom Regierungsstatthalteramt weggewiesen wurde.
Das „Lückebüesserli“, gegründet von vier Hundefrauen, wuchs organisch, das heisst, das Team der ehrenamtlich mitwirkenden Personen vergrösserte sich. Es bestand Bedarf an Fachleuten, die imstande sind, körperlich anzupacken und praktische Arbeiten professionell zu realisieren. Im Laufe der Jahre wandte sich jeder der Mitarbeitenden einer Aufgabe zu, die er oder sie nunmehr wahrnimmt. Abwechselnd kümmert sich ein festgefügtes Team um das Tagesgeschäft; übrige Teammitglieder tätigen die Einkäufe, bereiten das Holz vor und kochen die Suppe. Das Team besteht aus verschiedenen Altersgruppen und Arbeitsgebieten. Auseinandersetzungen waren also vorprogrammiert. Das Team musste sich zusammenraufen, es ereigneten sich Grabenkämpfe und Machtspielchen.
Die grösste Mühe bereitete der Ton – „c’est le ton qui fait la musique“. Was der eine als Anschreien empfand, war für den vermeintlich Schreienden der normale Umgangston. Die Teammitglieder mussten lernen, mit Kritik umzugehen. Wenn unentgeltlich gearbeitet wird, liegt es auf der Hand, dass sich jeder irgendwie einbringen wollte, das heisst, seine eigenen Ideen verwirklichen möchte. Die beruflich Befehlsgewohnten stellten Regeln auf, verlangten Disziplin und Kontrolle, die „Chaoten“ setzten sich darüber hinweg und spotteten über das autoritäre Gehabe. Es haperte mit der Kommunikation. Es dauerte eine Weile, bis jeder begriff, die anderen zu informieren, anstatt im Alleingang zu handeln. Eine Entspannung entstand, als der Humor über die unterschiedlichen Befindlichkeiten siegte.
Ein Traumteam? Noch nicht ganz. Die Feuermeister konkurrieren unentwegt um die prächtigste Wurst und um die beste Glut … .