13. November 2023 Doris Schöni 0Comment

Das neuste Handy, der neuste Laptop, der neuste TV-Apparat: Was die Krücken des modernen Menschen betrifft, so ist ihm lediglich das neueste, beste, ausgeklügelste Objekt wichtig. Die Sprache hat weniger Gewicht. Dort braucht der heutige Mensch vornehmlich das Korrekturprogramm. Wie man ja weiss, reagiert er bei seltenen Wörtern  mit einer Fehler-Meldung. Das Korrekturprogramm unterstützt also die simple Sprache.

Es geht nicht nur um die Anglizismen. Es geht um die Kommunikation im Allgemeinen. Heute benützt „man“ Abkürzungen, verkürzt Worte, Gesten ersetzen Wörter. Man lebt im Zeitalter einer Nicht-Sprache. Mundart ist Kult, dagegen wäre nichts auszusetzen, würden Mundart-Regeln – ja, die gibt es! – berücksichtigt. Es entspricht jedoch einem Minimalismus sondergleichen, die Sprache zu verhunzen, sie nebensächlich zu behandeln, ihr die Wichtigkeit abzusprechen. Man liest heute, in der Schweiz gebe es 800’000 Illetristen. Illetristen haben zwar Lesen und Schreiben gelernt, diese Fähigkeiten aber beim Nicht-Gebrauch verloren. Wenn die Wände in einer selbstgebauten Hütte schief sind, wird das lautstark vermerkt, sind jedoch die Texte in einer Homepage einfältig, werden sie ohne weiteres akzeptiert, weil man heute zwischen einfältig und nicht-einfältig keinen Unterschied mehr macht .Gewisse Formulierungen werden einfach unbefragt übernommen, so wie die unselige Abkürzung „Apéro“.

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