11. Mai 2022 Doris Schöni 0Comment

Cet air yiddish, si doux, si lancinant

Je l’ai joué sur mon violon d’enfant

La mélodie qui a fait pleurer mes parents

Parle d’exil, de la vie d’émigrant

Il a suivi dans leur triste voyage

Tous ceux chassés de pogroms en villages

Qui s’enfuyaient de Varsovie, de Berlin, de Russie

Pour venir vivre libre à Paris.

On a tué devant le Sans-Souci

L’indifférence a remplacé les cris

Dans l’abondance et dans l’oubli

Tout recommence.

Ce très vieil air, si doux, si lancinant

Je l’ai joué sur mon violon d’enfant

La mélodie qui a fait pleurer mes parents

Parle d’exil, de la vie d’émigrant

J’ai devant moi, Elsa, ton beau visage

Qui fredonnait pour un dernier voyage

Ce vieil air plein de nostalgie, de larmes, de regrets

Que je jouais sur mon violon d’enfant.

Der Film „Die Spaziergängerin von Sans-Souci (La passante du Sans-Souci) von 1982 ist vierzig Jahre später noch immmer von grosser Aktualität, behandelt er doch die Zeit der Nationalsozialisten und die persönliche Rache an einem der Kriegsverbrecher. Max Baumstein, Leiter einer karitativen Hilfsorganisation, erschiesst in Paris kaltblütig den Botschafter von Paraguay. Danach stellt er sich ohne Gegenwehr der Polizei und lässt sich verhaften. Seine Frau Lina und die ganze Familie steht vor einem Rätsel. Während des folgenden Gerichtsverfahrens wird Baumsteins Leben in Rückblenden erzählt und der Auslöser für seine Tat kommt zum Vorschein. Paris 1980: Der Botschafter von Paraguay wird erschossen. In der Untersuchungshaft erzählt Max Baumstein seiner Frau Lina die Hintergründe der Tat: Sein Vater wurde von Nazi-Schergen ermordet, er selbst vom Ehepaar Wiener aufgenommen. Elsa Wiener flüchtete mit dem jüdischen Jungen nach Paris, nachdem ihr Mann verhaftet worden war, und arbeitete in einem Tanzlokal. Dort traf sie auf den späteren Botschafter von Paraguay, der die Angst um ihren Mann schamlos ausnutzte. Während einer Unterredung erschießt Max Baumstein, der angesehene Präsident einer Menschenrechtsorganisation, den Botschafter Paraguays in Frankreich, Federico Lego. So erfahren die Öffentlichkeit und erst jetzt auch seine Frau Lina vom Leidensweg Baumsteins unter der Nazi-Diktatur. In Rückblenden ist zu sehen, wie Max durch eine brutale Misshandlung durch die SA eine lebenslange Gehbehinderung davonträgt. Das Ehepaar Wiener nimmt ihn auf und pflegt ihn. Schliesslich wandert Max mit Elsa Wiener, die seiner späteren Frau Lina zum Verwechseln ähnelt, nach Paris aus. Michel Wiener bleibt noch im Deutschen Reich, um seinen Verlag zu verkaufen. Er wird jedoch verhaftet und zu fünf Jahren Haft in einem Konzentrtionslager verurteilt. Elsa Wiener verdingt sich einstweilen als Sängerin und Animierdame in einem Pariser Cabaret. Dort trifft sie auf Ruppert von Leggaert, den späteren Botschafter von Paraguay, der zu dieser Zeit noch als Diplomat im Dienst des Deutschen Reichs steht. Elsa schläft mit ihm und erreicht dadurch die Freilassung ihres Mannes. Aber von Leggaert lässt beide erschiessen.

Der Film berührt auch heute noch. Vielfach weckt es auch 80 Jahre nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs lange verdrängte Schuldgefühle und Entsetzen über die Gräueltaten der Nationalsozialisten, welche viele Täter, Mitläufer und Befehlsempfänger so schnell als möglich „vergassen“; sie arbeiteten in ihren alten Berufen und starben alt im Bett und nicht auf dem Schlachtfeld, Tausende übrigens, deren Taten nie geahndet wurden.

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