In „Insided Paradeplatz“ veröffentlichte der Unternehmensberater Klaus J. Stöhlker einen sehr aufschlussreichen Bericht über das Schweizer Schulsystem. Er schreibt: „Seit zwei Generationen ist die vor hundert Jahren noch weltberühmte Schweizer Schule im Niedergang. Wer sich als Lehrkraft dagegenstemmt, muss sich als Hürdenläufer bewähren, der viele institutionelle Hindernisse zu überwinden hat“.
Die Schuld, so der Autor, liege bei den Schulverwaltungen: „Sie haben auch die soziale Zusammensetzung der neuen Schulklassen falsch eingeschätzt. Dort sitzen in wenigen Tagen mehr ausländische Kinder einer sinkenden Zahl einheimischer Schweizer Kinder gegenüber. Dazu kommen die kleinen Ukrainer, deren Müttern viel versprochen wurde. Das „integrative Schulmodell“, wo Hochleistungsschüler neben Behinderten und des Deutschen kaum mächtigen Ausländern sitzen, ist gescheitert. Die Bildungsdirektion hatte einen schönen Traum. Er ist geplatzt.
Viele Schulgemeinden haben längst darin versagt, das Wichtigste zu leisten: Die Gewinnung und das Halten hervorragender Lehrer für die Kinder ihrer Gemeinde. Die Inkompetenz der Schulbehörden wird von den Parteien schamhaft verschwiegen, denn sie sehen keinen Ausweg aus dieser selbst gestellten Falle. Wo alle Stützen versagen, muss die Schulbehörde eingreifen. Das geschieht immer häufiger“.
Die Schulverwaltungen bastelten auf dem Buckel der (schwachen) Schüler ständig wechselnde Systeme und vergaben zum Beispiel den Auftrag für ein Französischbuch, das wegen seiner mangelnden Qualität eingestampft werden musste. Welche politische Couleur in den Schulbehörden auch vorherrscht: das hilflose Bemühen um Chancengleichheit erwies sich als Bumerang, können es sich doch lediglich reiche Eltern leisten, ihre Sprösslinge in Privatschulen mit guten Lehrern zu schicken, in denen sie nicht von Lernschwachen aufgehalten werden.
Klaus J. Stöhlker scheut auch nicht den Vergleich zwischen Schweizer und israelischen Schulen: „Jahrelang konnte ich beobachten, wie die Israeli ihre Schüler betreuen. Welcher Unterschied! Dort wird jedes Kind nach seinen Fähigkeiten individuell gefördert, was auch für schwache Schüler gilt. Die Klassen sind klein, Geld fliesst zu Genüge“.
Stöhlkers Fazit ist verheerend: „Wer fragt da noch nach Kompetenzen? Die Ergebnisse sehen wir schon heute: Schüler, die nicht rechnen können. Schüler, die auch in deutscher Sprache, kaum noch die Grammatik beherrschen. Schüler, die im Wettbewerb nur noch den Zweiten, Dritten oder Vierten machen. Das ist unser grossartiges Schul- und Bildungssystem. Wer wundert sich noch, dass Verwaltung, Wirtschaft und Hochschulen gerne die besten Ausländer nehmen“?
Bedeutet diese Feststellung, dass die nächsten Schweizer Generationen unter ausländischen Chefs arbeiten müssen?