… im Jammern. Alles wird verdorren. Das Wasser versiegt. Die Ernten fallen aus. Alles wird überschwemmt. Bäche werden zu reissenden Flüssen. Menschen und Vieh ertrinken. Strommangel. Wir werden frieren. Gas und Erdöl fallen aus. Es wird kaum noch geheizt werden und kaltes Duschen ist angesagt.
Jeremiaden. Die Schweiz antizipiert. Bevor die Dürre zuschlägt, regnet es in Strömen. Die Natur hilft sich selbst. Die Überschwemmungen halten sich in Grenzen. Die Hitze lässt nach. Der Sommer war fast tropisch. Das Badewasser – im Pool, in den Seen, in den Flüssen – war endlich angenehm warm. Ein Bilderbuchsommer. Befürchtungen wurden laut. Es würde, könnte, müsste. Und nichts von alledem.
Gas und Öl werden knapp werden. Strom sparen. Lichter löschen. Lauwarm essen. Früh zu Bett gehen. Vorher kalt duschen, überhaupt nicht mehr duschen, baden wird geahndet. Wäsche waschen noch zweimal im Jahr. Kleiderwechseln wird verboten. Teller mit Brot ausputzen oder vom Hund auslecken lassen. Erde, kriechende und fliegende Viecher im Salat mitessen. Pullover stricken. Halstücher häkeln. Strümpfe stopfen. Regentonnen aufstellen. Im Wald Holz sammeln. Schuhe mit Zeitungen abdichten. Nahrungsmittelresten wieder und wieder verwenden. Altes Brot zu Paniermehl verarbeiten. Teebeutel mehrmals überbrühen. Eier halbieren. Kaffeekapseln nach Gebrauch erneuern und mehrmals verwenden. Komposthaufen anlegen.
Vorsorgen, sich absichern, Versicherungen abschliessen. Nicht abwarten, bis es soweit ist. Sich ja nicht überraschen lassen. Improvisieren wäre des Teufels. Zum Voraus bestimmen, was sein wird, sein könnte. Angst ist kein schlechter Koch.
Die Schweizer jammern auf Vorschuss. Obwohl weder Dürre noch Überschwemmungen eingetroffen sind und die Energieknappheit noch weit in der Ferne liegt, jammert die Schweiz erfolgreich um den Weltmeistrertitel im Jammern.