Die psychiatrischen Praxen sind seit einiger Zeit völlig überlasted. Grund: immer mehr Mädchen von 10 bis 25 Jahren benötigen ihre Hilfe.
Psychiaterinnen und Psychiater berichten, viele Mädchen und junge Frauen befänden sich unter Dauerstress, da sie den physischen Vorstellungen in den Social Medias nicht entsprächen. Mutter Natur verleiht ja nicht jeder Erdenbürgerin einen Mannequin – pardon: Modelbody. Lange Haare – offensichtlich ein Muss (must) – kann sich jede (mehr oder weniger) wachsen lassen, Nase, Mund und Brüste sind mittels Schönheitsoperationen zu verbessern, aber kurze Beine, eine Mitte ohne Mitte, breite Schultern, etc., sind jedoch unkorrigierbar. Trampels gibt es zuhauf und rundliche Knies sind genetisch bedingt. Das Heute besteht aus Materialismus, sei es beim Geld oder beim Aussehen. Die Mädchen zwischen 10 und 25 vergleichen sich und werden verglichen wo? In den Social Medias. Da sie sich dort nicht identifizieren noch als Galionsfigur fühlen können, leiden sie derart, dass sie sich psychiatrisch behandeln lassen müssen (wollen?). Jene jungen Frauen, die ohne Defizitgefühle leben, entsprechen dem Idealidol und vergnügen sich als Influenzerinnen (schreibt man mit c). Sie haben Einfluss und Macht und scharen Tausende von sogenannten Followerinnen hinter sich.
Influencerin und Influencer:
„Influencer sind die Stars des 21. Jahrhundert“ (sic!).
Auf ihren Social Media Kanälen teilen sie Content und bauen so ihre eigenen Zuschauerschaften auf. Durch regelmäßige Einblicke in Form von Postings und Stories, erleben die Fans das Leben ihres Stars auf Schritt und Tritt mit. Dabei entsteht eine starke Bindung zwischen Influencer und Fan, die die Grundlage des Influencer Marketings bildet.
Das Influencer Marketing hat sich zu einer festen Komponente des Marketing Mix entwickelt. Was damals noch Stars in Fernsehwerbungen waren, stellen heute die Influencer dar. Durch ihren Content können sie die Kaufentscheidungen der eigenen Zuschauerschaft und die äußere Wahrnehmung von Unternehmen maßgeblich beeinflussen.
Warum lohnt sich die Arbeit mit Influencern?
Klassische TV Spots und altbekannte Werbegesichter erreichen die neuen Generationen, allen voran die Generation Z, von Tag zu Tag weniger. Die Generation Internet hat sich ihre eigenen Stars und Vorbilder auserkoren: Die Influencer. Durch viele Einblicke in ihr Leben und Nähe zu ihren Followern erscheinen sie authentisch und greifbar nahe. Jede vierte Person zwischen 16 und 24 Jahren hat aufgrund von Influencer Marketing in den vergangenen 3 Monaten eine Kaufentscheidung getroffen – Tendenz steigend.“ Und merke: „Alles mess- und auswertbar“ (Influencer Marketing Agentur, Deutschland) 5,5 Millionen Likes.
Man könnte neidisch werden. Ich habe jedoch eine Idee: eine Truppe von alten Infuencerinnen und Influencern aufbauen. Es gibt ja so viele alte Menschen. Auch die sind influenzbar. Anstatt High Heels bequeme Pantoffeln, Jeans Hanrohosen, Haarfarbe Haarstärke, Red Bull Hanfinfusion, Rockkonzert Aaretaler Jodelfescht und, warum nicht? Netzstrümpfe Stützstrümpfe. Die alten Influencer würden frohgemut und gut gelaunt Alterseinrichtungen be- sprich heimsuchen und sogenanntes „Marketing“ betreiben, anstelle des englischen Unsinns wie „reporting, cases, brand account, level up“ würden wir uns nach der Sprache Rudolf v. Tavels richten. Wir müssten uns vorgängig mit Marken, pardon: Brands, besprechen und Verträge erstellen (dabei könnten wir aus den Erfahrungen der jungen Influencern lernen und sie abkupfern). Auch wir würden Tausende von Followern akquirieren, dessen bin ich überzeugt. Und selbstverständlich würden wir weder uns noch andere duzen.
Also, wer unterstützt diese Idee?