Die Fussball-WM in Katar geht dem Ende entgegen. Die kritischen Kommentare über Katars Menschenrechtsverletzungen sind abgeklungen.
Die heutige Zeit könnte nicht kurzlebigiger sein. Ein Ereignis entfacht heftige Reaktionen, während mehreren Tagen erscheinen Berichte über dieses Ereignis, negative Schlagzeilen übertreffen sich, die Redaktionen von Tageszeitungen können sich der Leserbriefen zu diesem Thema kaum mehr erwehren. Doch die Tage vergehen und die Kritik an den Menschenrechtsverletzungen wird immer dürftiger. Das Fussball-Geschenen verdrängt die anfänglichen Proteste, kein Fussballer wagt es, ein von der katarischen Regierung verbotenes T-Shirt überzuziehen. Zu hohe Summen sind im Spiel. Gianni Infantinos peinliche Ansprache wird nicht mehr erwähnt. Die FIFA samt dem Fussball und der katarischen Regierung sollten neu erschaffen werden: weg vom Kommerz. Die fetten Jahre der Fussballer, der FIFA und ihrer Belegschaft müssten umgestaltet werden. Anstatt dem Mammon nachzujagen, wäre es ein Privileg, ehrenamtlich Fussball zu spielen und unentgeltlich für die FIFA zu arbeiten.
Solch ein Vorgehen wäre das Dümmste, monieren die Wirtschaftsfreundlichen. Denn Fussball generiere viel, viel-viel Geld. Und davon würde die gesamte Weltbevölkerung profitieren. Sind die kritischen Stimmen aus diesem Grund verstummt? Wohl eher, weil in der heutigen Welt jede(r) frau-und mann auf Primeurs erpicht ist, nur das Neuste ist wichtig, nach kurzer Zeit wird ein Ereignis obsolet.
War die weltweite Empörung über Katars Regierung und den FIFA-Präsidenten lediglich eine kurzlebige Mode?