15. Oktober 2018 Doris Schöni 0Comment

Der Sender ZDF-Info erinnerte während während fast des ganzen Abends am Sonntag, dem 14. Oktober, an die Gräuel der Nazis im Zweiten Weltkrieg. Es wurde dokumentiert, wie viele Angehörige der Waffen-SS nach dem Krieg mit Hilfe der katholischen Kirche, von privaten Organisationen, hochstehenden Personen aus Politik und Wirtschaft sowie Hitler-Anhängern ins Ausland geschleust wurden, wo sie ein friedliches Dasein ohne gerichtliche Konsequenzen führten. Sie hatten sich ihrer Verantwortung entzogen, auch jene, die über 100’000 Juden ermorden liessen.

Am Ende der Sendung kam die Sprache auch auf die Organisation Odessa. Hinter der Bezeichnung Organisation der ehemaligen/entlassenen SS-Angehörigen (ODESSA, Odessa, O.d.e.SS.A oder O.D.E.S.S.A.) verbirgt sich die Vorstellung, dass es eine gut organisierte, schlagkräftige  Dachorganisation gegeben habe, unter der sich ehemalige SS-Angehörige, wie z. B. Adolf Eichmann und andere Vertreter oder Sympathisanten des NS-Regimes, kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs zusammengeschlossen hätten. Beweise für eine derartige Dachorganisation wurden nicht gefunden, allerdings sind andere Arten der Zusammenarbeit ehemaliger SS-Angehöriger bekannt (cf. Wikipedia).

Die heutigen Neo-Nazis, so ZDF-Info, seien die geistigen Erben der SS. Es gebe unter den SS-Sympathisanten Gruppen, die einen Krieg gegen Israel planten. Die Neo-Nazis orientieren sich an der Weltanschauung der SS und führen deren Gedankengut weiter. Die AfD (Alternative für Deutschland) (vor allem ihr Vorsitzenden Alexander Gauland) ist eine rechtspopulistische politische Partei in Deutschland mit rechtsextremen Tendenzen. Die AfD ist im Aufwind und wurde soeben die drittstärkste Partei in Bayern.

Ein Grossteil der Neo-Nazis stammt aus bildungsfernen Milieus, in denen ein neutraler Geschichtsunterricht nicht stattfand. Neben den populistischen Parteien in Europa (Ungarn, Polen, Tschechien, etc.), erstaunt vor allem Deutschland, das sich offensichtlich nicht ganz aus dem Nazitum befreien konnte.

„Wehre den Anfängen! Zu spät wird die Medizin bereitet, wenn die Übel durch langes Zögern erstarkt sind,“ mahnte Ovid.

 

 

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