Empathie ist das Vermögen, sich in Eigenarten eines Gegenübers z. B. mit anderem kulturellem Hintergrund einfühlen zu können.
Letzthin weinte und heulte ich jämmerlich und meine achtjährige Border Collie-Hündin begann ebenfalls zu heulen. Sie hörte erst damit auf, als ich sie streichelte und mit erstickter Stimme tröstete. Auf dem nachfolgenden Spaziergang lief sie nicht laut bellend vor mir her, sondern blieb dicht hinter meinen Beinen, ihre Nase klebte an meinen Hosen. Auf meine wiederholten Aufforderungen, doch bitte nach vorne zu gehen, reagierte sie nicht. Wenn ich hin und wieder einen Schluchzer nicht unterdrücken konnte, stubste sie mich in die Wade. Erst nachdem ich mich wieder beruhigt hatte, weder schnupfte noch schniefte, rannte sie los, drehte sich aber immer wieder nach mir um, als wollte sie sich vergewissern, dass ich wirklich folgte. Empfand sie Empathie für mich?
Im Fachjournal „PLOS One“ beschreiben Teresa Romero und ihre Kollegen, dass sich Hunde deutlich mehr vom Gähnen ihrer Besitzer anstecken lassen als vom Gähnen fremder Menschen. Dies lege die Vermutung nahe, dass es eine mitfühlende Reaktion der Hunde sei, schreiben die Forscher. Dies zeige, dass das ansteckende Gähnen bei Hunden in Zusammenhang mit dem Grad der emotionalen Nähe stehe. Zudem habe sich der Herzschlag bei den Untersuchungen nicht unterschieden, was ein Hinweis darauf sei, dass das Phänomen des ansteckenden Gähnens nichts mit Stress zu tun habe. Wenn ich huste oder niese, bellt meine Border-Collie-Hündin. Nicht aber beim Husten und Niesen anderer Personen, die sie gut kennt.
Hunde scheinen wirklich der beste Freund des Menschen zu sein. Forscher haben nun festgestellt, dass Hunde mit Hilfe einer Kombination von verschiedenen Sinnen erkennen können, wie sich ein Mensch fühlt. „Damit sind Hunde die einzigen Wesen ausser Menschen, bei denen solch eine Fähigkeit beobachtet wurde“, erklärten die Wissenschaftler. Für die Untersuchung wurden siebzehn Hunden Bilderpaare von Personen gezeigt, die entweder glücklich oder wütend waren.Andere Bilder zeigten Hunde, die verspielt oder aggressiv guckten. Dazu spielten die Forscher Töne ab, wie beispielsweise aggressives oder verspieltes Bellen, fröhliche oder zornige Stimmen von Personen. Die Experten fanden heraus, dass die Hunde eher auf das Bild blickten, das dem Ton der Stimme entsprach. Diese kognitiven Fähigkeiten hat es bis jetzt nur bei Primaten gegeben. „Die Fähigkeit Emotionen bei anderen Arten zu erkennen, ist bisher nur beim Menschen beobachtet und belegt worden“, erläuterte Dr Kun Guo von der der „University of Lincoln’s School of Psychology“.Forscher in Wien hatten im vergangenen Jahr festgestellt, dass Hunde das Gesicht von Menschen betrachteten und danach wussten, ob eine Person glücklich war oder wütend. Aber die aktuelle Untersuchung hätte ergeben, dass Hunde nicht nur am Gesicht erkennen könnten, wie sich eine Person fühle, sagten die Wissenschaftler. Es scheint, als können Hunde wirklich emotional Wahrnehmen, wie es Menschen gehe, fügten die Mediziner hinzu. Eine Studie zeige, dass Hunde die Möglichkeit hätten, zwei verschiedene Quellen von sensorischen Informationen in eine zusammenhängende Wahrnehmung von Emotionen beim Menschen und bei Hunden zu integrieren, erklärte Dr. Kun Guo. (Spiegel Online, 8.8.2013)
„Die aktuellen Ergebnisse sind die ersten, die zeigen, dass Hunde wirklich Emotionen bei Menschen und anderen Hunden erkennen“, erläuterte Professor Mills. Hunde seien klüger als Katzen, weil ihr freundliches Wesen dazu beigetragen habe, dass sie grössere Gehirne entwickeln, fügte der Forscher hinzu. Die Hunde in der Studien erhielten keine Ausbildung oder Einarbeitungszeit mit den Bildern oder Tönen. Dies deutet darauf hin, dass Hunde die Fähigkeit haben, emotionale Signale zu kombinieren. „Als sehr soziale Spezies, ist eine solche Erkennung von menschlichen Emotionen äusserst vorteilhaft für Hunde“, sagten Experten. Hunde sind in der Lage, gegenseitige Ausdrücke zu imitieren, was bedeutet, dass sie die Fähigkeit zur Empathie haben (Heilpraxisnet.de 14.1.2016).
Das Mitgefühl des Hundes ist echt. Was wir als unbedarfte Alltagswesen immer schon wussten, ist jetzt bewiesen: Hunde können Freud und Leid des Menschen nachempfinden. Jeder Hundebesitzer kennt ihn, diesen unverwandten, traurigen Blick von unten herauf und direkt ins Herz. Und man glaubt zu wissen: Mein Hund fühlt mit mir. Er leidet, freut sich, versteht mich. Er spürt, was mich bewegt.
Für die Wissenschaft galt das lange als ausgeschlossen. Denn als schärfste Grenze zwischen Mensch und Tier hat die Zoologie bislang erkannt, dass alle Reflexe, Motive, Verhaltensmuster der Tierwelt auf vier Standards gründen: Fressen, Fortpflanzung, Hierarchie und Überleben. Eine jüngst veröffentliche wissenschaftliche Untersuchung aus Großbritannien aber weist jetzt nach, dass die Menschheit eines ihrer wichtigsten Alleinstellungsmerkmale mit einigen Tierarten teilt. Der traurige Aufblick vom Hund zum deprimierten Herrchen ist echt, keine Einbildung und keine Wunschvorstellung. Hunde sind fähig, psychische Grundkonstellationen beim Menschen zu erkennen – und Anteil daran zu nehmen. Sie haben tatsächlich Mitgefühl. Haben Hunde, Katzen, Pferde und Schweine womöglich eine komplexere Gefühls- und Gedankenwelt als bislang angenommen? Wissen Hunde, was Tränen sind, was sie bedeuten? Zwar hat sich die Zoologie inzwischen weit von dem französischen Naturwissenschaftler und Philosophen René Descartes abgesetzt, der Anfang des 17. Jahrhunderts die Zoologie prägte und Tiere als reflexgesteuerte Instinktautomaten beschrieb. Aber so eindeutig, so bahnbrechend wie jetzt bei den Untersuchungen von zwei Londoner Verhaltensforscherinnen waren die wissenschaftliche Belege noch nie. Sie hatten unter wissenschaftlichen Bedingungen Belege für hündische Anteilnahme gesammelt – und beweisen nun, dass der mitfühlende, traurige Hundeblick echt sein kann, dass es offenbar tatsächlich so etwas wie eine Hundeseele gibt, dass Hundeaugen nicht lügen und dass der Eindruck „Mein Hund versteht mich“ keine Wunschvorstellung oder Projektion sein muss.
Deborah Mayer und Jennifer Custance vom psychologischen Institut der Londoner Goldsmiths-Universität haben 18 Haushunde verschiedenen Alters und Rassen – vom Golden Retriever bis zum Pudel – einem Psychotest unterzogen. Die Untersuchung ist in der kritischen zoologischen Fachwelt auf Akzeptanz und große Anerkennung gestoßen.
Um vorgetäuschtes Mitgefühl von echter Empathie zu unterscheiden, brachten die beiden Forscherinnen den Hundebesitzern einen Laut bei, der eher tierisch als menschlich klingt – und irgendwo zwischen Summen, Wimmern und Brummen liegt: „So stellten wir sicher, dass die Hunde nicht aus Neugier auf die Weinenden reagierten, sondern tatsächlich Anteilnahme zeigten“, schreiben die Forscherinnen in „Animal Cognition“ („Empathic-like responding by domestic dogs to distress in humans: An exploratory study“). In einem 20-Sekunden-Test setzten sie die Hunde entweder vor ihren Besitzer oder eine fremde Person, die entweder Tränen kullern ließen oder den Summlaut von sich gaben. „Alle Hunde reagierten auf die Tränen mit fürsorglicher Anteilnahme, das Summen nahmen sie zur Kenntnis oder ignorierten es“, schreiben sie. Den Tränen maßen die Tiere offensichtlich eine große emotionale Bedeutung bei. Überdies reagierten die Hunde zuverlässig auf die Weinenden – egal, ob es sich um den Besitzer oder Fremde handelte. Aber um ihren Besitzer kümmerten sie sich intensiver – ein weiterer Hinweis auf echte Empathie. Die Versuche der Londoner Psychologinnen stießen auch in Wien auf grosses Interesse. An zwei Wiener Universitäten beschäftigen sich Forscher seit Februar in einem Doppelprojekt mit der Frage, ob und wie Hunde sich in die Gefühlswelten von Menschen oder ihrer Artgenossen hineindenken können – und wie weit sie sich menschlichen Gefühlsmustern nähern.
Ein Hund, der Verletzte aufspürt, ist noch lange nicht hilfsbereit. Diese Hunde sind darauf trainiert, Spielzeuge zu finden. Im Laufe des Trainings wird das Spielzeug dann mit zu rettenden Personen verbunden, sodass der Hund während seiner karitativen Tat nur eines im Sinn hat – die Belohnung, das Spielzeug. Echte Hilfsbereitschaft bedeutet Mühe ohne einen persönlichen Nutzen. Ob Hunde sich so verhalten können, ist weder garantiert noch ausgeschlossen. Es ist einfach noch nicht erforscht. Es gibt aber Anekdoten, die hellhörig machen. So berichten Besitzer, dass ihr Hund zum Beispiel bei einem Herzinfarkt Hilfe geholt hat. Solche Notsituationen lassen sich in Versuchen schwer nachstellen. Es gab eine Studie, ob Hunde Hilfe holen, wenn ihr Besitzer einen (vorgetäuschten) Herzinfarkt erleidet. Hunde sind aber feinfühlig genug, einen simulierten Herzinfarkt von einem echten unterscheiden zu können. Sie können riechen, ob ein Mensch Angst hat oder nicht (Welt am Sonntag, .