Es gibt Menschen, die lauschen am Sonntag andächtig dem Gebrüll der Boliden. Es gibt Menschen, die erleben während des ganzen Sonntags Sport. Querbeet. Sportarten der Mehrheit. Sportarten, die gefallen, weil man sie versteht ohne zu denken. Setzt das Denken am Sonntag aus? Geniesst das Denken eine Denkpause? Hektik allenthalben. Man fährt aus. Ins Freie, ins Restaurant, zu Freunden, Bekannten und Verwandten. Man isst und trinkt zuviel. Auf dass Mami, „es“ trinkt nicht, das Steuer zur Heimfahrt übernimmt.
Werden am Sonntag Museen besucht? Museen, die Tempel der Bildungshungrigen, des Bildungsbürgertums. Gehen „bildungsferne“ Menschen ins Museum? Ja. Eine chilenische Putzfrau, pardon, Reinigungsfachfrau, begibt sich an den Tagen der freien Eintritte in die Museen. Obwohl sie die Erklärungen und Legenden nicht lesen kann, ist sie doch des Deutschen und Englischen nicht mächtig. Warum informiert keine Zeitung über diese Frau? Aus Angst, den Einheimischen einen Spiegel vorzuhalten?
Am Sonntag verweilen einige wenige Menschen in den unbequemen Kirchenbänken. Sie singen artig mit, übersehen aber die Texte im Anhang des Kirchengesangbuches, die mit berückenden Texten fern der Religion erfreuen. Sie handeln von Leben, Einsamkeit und Tod ohne christliche Belehrung. Ohne erhobenem Zeigefinger. Der erhobene Zeigefinger, der einen durch Leben, Einsamkeit und Tod unaufhaltsam begleitet. „Du sollst, Du sollst nicht“ pp.
Es ist Sonntag und die Blätter fallen.