22. November 2021 Doris Schöni 0Comment

Der Zibelemärit fungiert auf der „Liste der lebendigen Schweizer Traditionen“ und ist somit offiziell einer der wichtigsten Bräuche der Schweiz. Um die Entstehung ranken sich viele Legenden. Der erste Zibelemärit fand schon im 15. Jahrhundert statt und war damals noch ein Teil des Martinimarktes. Dort wurde alles verkauft – alles, ausser Zwiebeln. So soll dann der separate Markt für Zwiebeln entstanden sein. In einer anderen Geschichte wird behauptet, der Zibelemärit gehe auf den Stadtbrand von 1405 zurück. Als damals 650 Holzhäuser niederbrannten und 100 Menschen den Tod fanden, eilten die Freiburger den Bernern zu Hilfe. Als Dank dafür hätten die Berner den Freiburgern erlaubt, fortan jeden Herbst ihre Zwiebeln in Bern zu verkaufen.

Wie dem auch sei: Begehrte Produkte am Zibelemärit sind geflochtene Zwiebelzöpfe, Zwiebel- und Käsekuchen sowie rot eingepackte Menthol-Zuckerzwiebelchen, zu einer Kette aufgereiht. Sie werden vor allem von älteren Frauen um den Hals geschlungen. Neben Zwiebeln ist auch prächtiges Herbstgemüse glustig auf Marktständen aufgebaut. Im Unterschied zu früher, als vor allem Keramik angeboten wurde, ist der Zibelemärit heute eher zu einer Chilbi geworden mit ausländischen Erzeugnissen.

Der Virologe Andreas Cerny empfiehlt den Besuchern, eine Maske zu tragen. Warum der Glühwein im Sitzen an der frischen Luft weniger Risiken aufweisen soll als das Trinken draussen im Stehen, ist nicht besonders einleuchtend. Es versteht sich von selbst, dass Covid-19-Ansteckungen nicht vermieden werden können.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert