Ein Werwolf (von germanisch „wer“ d.h. Mann, ist in Mythologie, Sage und Dichtung ein Mensch, der sich in einen Wolf verwandeln kann. Als Phänomen gehört er zum grossen Komplex der Wertiere, der sich in Religion und Mythologie weltweit findet.
Dem Begriff Werwolf liegt die mythologische Vorstellung zugrunde, dass ein Mensch die Fähigkeit besitzt, sich in einen Wolf zu verwandeln. Die meisten Sagen berichten von Männern, die einen Pakt mit dem Teufel eingingen und von ihm einen Gürtel aus Wolfsfell erhielten, mit dessen Hilfe sie sich verwandeln konnten. Das Wesen, in das diese Teufelsbündner übergehen, wird als unheilvoll und raubtierhaft beschrieben.
Berichte über Lykanthropie, das heisst über Verwandlungen zwischen Mensch und Wolf, sind in der Geschichte sehr weit zurückzuverfolgen. Bereits Zwitterwesen in Höhlenmalereien oder Skulpturen wie der Löwenmensch vom Lonetal lassen sich entsprechend interpretieren. Ältestes schriftliches Zeugnis ist das Gilgamesch-Epos, in dem die Göttin Istae einen Schäfer in einen Wolf verwandelt. Aus der griech,ischen Literatur und den Methamorphosen von Ovid ist der griechische König Lykaon bekannt, der von Zeus in einen Wolf verwandelt wurde, da er und seine Söhne dem Gott Menschenfleisch vorsetzten. Petronius Arbiter, ein Satiriker des 1. Jahrhunderts, erzählt von einem Mann, der sich bei Vollmond in einen Werwolf verwandelte und mehrere Jahre als Wolf lebt, ehe er wieder in ein menschliches Wesen zurückkehrt. Olaus Magnus schrieb im 16. Jahrhundert, es gebe im Norden sehr wohl Menschen, die sich bei Vollmond in Wölfe verwandelten. Sie brächen in die Häuser von Menschen ein und verzehrten deren Vorräte. Sie hätten an der Grenze zwischen ihrer eigentlichen Heimat Litauen und Kurland eine Mauer errichtet, bei der sie sich jedes Jahr versammelten und ihre Kraft dadurch zeigten, dass sie darüber sprängen. Wer zu fett sei, diese Probe zu bestehen, werde von den übrigen verhöhnt. Auch Adlige und Vornehme gehörten dazu. Nach einigen Tagen würden sie sich wieder in normale Menschen zurückverwandeln.
Bereits im Mittelalter kam es zu regelrechten Werwolf-Hysterien. Im mittelalterlichen Europa war der Glaube an Werwölfe weit verbreitet. Was die Frühe Neuzeit betrifft, müssen die Ungeheuer auf dem ganzen Kontinent ihr Unwesen getrieben haben – zumindest wenn man den Inquisitoren und Gelehrten der Zeit Glauben schenkt. Tausende Männer brachte die Anschuldigung, ein Werwolf zu sein, auf den Scheiterhaufen. Wie sich aus alten Akten und Berichten herauslesen lässt, galten vor allem Aussenseiter der Dorfgemeinschaft als potentielle Werwölfe. Gibt es stattdessen eine medizinische Erklärung für den Glauben an Werwölfe? Prägten den Mythos etwa die so genannten Wolfsmenschen, die auch im Gesicht und oft am ganzen Körper extrem behaart sind? Die Betroffenen leiden unter einer so gnannten kongenitalen Hypertrichose, einem Gendefekt, der nur sehr selten vorkommt. Doch im Mittelalter und der Frühen Neuzeit fielen Tausende der Werwolf-Verfolgung zum Opfer – nie war unter den Getöteten ein Wolfsmensch. Diese dicht behaarten Kreaturen galten nicht als gefährlich, vielmehr wurden sie als Attraktionen an Königshöfen und auf Jahrmärkten gezeigt. Insofern können Wolfsmenschen höchstens optisch als Vorbild für Werwölfe gedient haben. Gibt es stattdessen eine medizinische Erklärung für den Glauben an Werwölfe? Prägten den Mythos etwa die so genannten Wolfsmenschen, die auch im Gesicht und oft am ganzen Körper extrem behaart sind? Die Betroffenen leiden unter einer so gnannten kongenitalen Hypertrichose, einem Gendefekt, der nur sehr selten vorkommt. Doch im Mittelalter und der Frühen Neuzeit fielen Tausende der Werwolf-Verfolgung zum Opfer – nie war unter den Getöteten ein Wolfsmensch. Diese dicht behaarten Kreaturen galten nicht als gefährlich, vielmehr wurden sie als Attraktionen an Königshöfen und auf Jahrmärkten gezeigt. Insofern können Wolfsmenschen höchstens optisch als Vorbild für Werwölfe gedient haben. Möglicherweise hat auch eine bestimmte Art von Schizophrenie den Glauben an die Existenz von Werwölfen bestärkt: Von der „Lykanthrophie“ Betroffene – der Begriff ist aus den griechischen Wörtern „Lykos“, Wolf, und „Anthropos“, Mensch, gebildet – haben die Vorstellung, sich in einen blutrünstigen Wolf zu verwandeln. Ein Mann, der jemand anderen in einem solchen Wahn zerfleischt hatte, erklärte später in der Psychiatrie, dass er den Eindruck gehabt hätte, seine Zähne würden wachsen und seine Haut würde sich in ein Fell verwandeln. Zudem hätte er das Gefühl bekommen, rasend zu werden – und die Lust zu töten sowie Lust auf frisches Fleisch und Blut.
Manche Ärzte und Tierärzte neigen dazu, in der Mythengeschichte einseitig miss interpretierte Krankheiten zu sehen. Dagegen spricht, dass bereits die Mediziner der frühen Neuzeit zwischen der teuflischen Werwolfsverwandlung und der insania lupicana unterschieden. Die Wahnvorstellung, ein Wolf zu sein, galt schon früh als eigenständige Krankheit. Die Krankheit Tollwut war der Gelehrtenmedizin seit der Antike bekannt. Das Wissen der Mediziner erreichte das Volk selten und Krankheiten bekamen einen magischen Aspekt. Magisches Denken führt logisch als ähnlich erkanntes Verhalten auf den gleichen Ursprung zurück. Es ist also möglich, dass Tollwut- Erfahrungen in Werwolfserzählungen einflossen. In einem Weltbild, in dem Krankheiten von Dämonen verursacht werden konnten, es den Teufel gab, Wölfe Unheil bringende Geister sein konnten und Alltagsrealität mit Hexenglaube ineinander floss, ist eine verbreitete Krankheit, von Wölfen auf Menschen übertragen, mehr als ein Nebenaspekt.
Von einem wildlebenden Wolf geht in der Regel keine Gefahr für Menschen aus. Wölfe sind von Natur aus vorsichtige Tiere, die normalerweise Begegnungen mit Menschen meiden. Sie interessieren sich schlicht nicht für uns Menschen – weder nehmen sie uns als Beutetiere, noch als Artgenossen wahr. Möglich ist, dass sie bei einer Begegnung erst sichern, um die Situation besser einschätzen zu können, bevor sie sich zurückziehen und dass sie auch nicht panisch flüchten, sondern eher gelassen den Rückzug antreten. Welpen können sich dabei neugieriger und unbedarfter verhalten als ältere Wölfe.
Vor ca. 16‘300 Jahren, als die Domestikation vom Wolf zum Haushund begann, lebten Mensch und Wolf nebeneinander als Grosswildjäger. Die Menschen hielten zu dieser Zeit noch kein Vieh und ernährten sich von der Jagd. Mensch und Wolf bejagten dieselben Beutetiere. Doch solange diese in genügender Anzahl vorhanden waren, war der Wolf nicht der Erzfeind des Menschen. Die Annäherung des Wolfes an den Menschen erfolgte wahrscheinlich dadurch, dass sich Wölfe den Lagerstätten der Menschen näherten, weil dort für sie fressbare Abfälle anfielen. Geduldet wurden sie, weil sie die Siedlungen sauber hielten. So lebten Wolf und Mensch wahrscheinlich über viele Jahrhunderte zu Nutzen beider gemeinsam und doch auf Abstand nebeneinander. Ab dem Mittelalter und in der frühen Neuzeit wurde die Beziehung des Menschen zum Wolf in Europa zunehmend einseitig von Angst und Dämonisierung geprägt, als vermehrt Nutztiere gehalten und die Viehherden von den Wölfen bedroht wurden. Da im Mittelalter die Haltung von Rindern, Schafen und Schweinen zugenommen hatte, geriet der Wolf schnell in Konflikt mit dem Menschen. Denn was dem Menschen als Schnitzel, Kotelett oder Steak schmeckt, geniesst der Wolf gerne roh und frisch von der Weide.
Der Werwolf hat in der Literatur weite Verbreitung gefunden. Sehr modern wurde der Werwolf indes in Joanne K. Rowlings „Harry Potter“-Reihe behandelt. Der Werwolfmythos ist reich an Symbolik und wohl vor allem deshalb so beliebt bei Autoren und Filmemachern. Zudem ist der Wolf Zeichen für Freiheit und Wildheit gleichermassen, kaum ein anderes Tier wird in gleichem Masse bewundert und zugleich gefürchtet. (Zusammengestellt aus verschiedenen Artikeln bei Google.)