Sonntagsverkauf. In der Stadt wirbeln die Menschen durcheinander. Familien mit Kindern – Kinder, Kinder, Kinder, Kinderwagen, Kinderwagen, Kinderwagen -, Paare, junge Menschen, so viele junge Menschen, Frauen mit Frauen, Männer mit Männern.
Die Ladenlandschaft hat sich völlig verändert. Unzählige Kleidergeschäfte mit Brands, wie die „Marken“ heute genannt werden, Telefonie reihenweise, Grossverteiler, keine kleinen Lebensmittelläden mehr, keine Buchhandlung lädt zum Schmökern, Kioske mit Zeitungen und Zeitschriften finden sich nur noch (ausser im Bahnhof) zwischen den Türmen. Das ist verständlich, haben sich doch die Lesegewohnheiten total verändert. Die heutigen Menschen lesen die Zeitungen auf dem Handy (das ist doch entsetzlich mühsam, oder nicht?), Bücher und Musik werden gedownloadet, die Digitalisierung beherrscht das heutige Leben. Überall flimmert und „soundet“ („sounden“, ein Begriff aus dem Marketing- und Kommunikationsbereich) es, dauernd Wortfetzen desselben Vokabulars („cool, mega, geil“).
Und die Menschen sind gross, ja riesig, die kleinen werden ab- und ausgebremst, die Grossen stehen wie erratische Blöcke und übersehen jene, die ihnen höchstens bis zur Achsel reichen. Die Kellnerin des besten indischen Restaurants in der Stadt duzt alle. Man, das heisst Personen meines Alters, zuckt kurz zusammen und gibt dennoch ein generöses Trinkgeld. Die Besucher des grössten Weihnachtsmarktes stehen in Dreierreihen vor einem Stand mit hunderten von Tees mit den „geilsten“ Namen („Winterzaubertee“, etc.),viel Wolliges wird angeboten, dann Hüte und Kappen, Kopfbedeckungen jeglicher Art, die meisten mit Pompons, Silberwaren, lederne Armbänder, Keramik, Düfte, Düfte um zu duften oder zu meditieren? Kinder rennen einen beinahe über den Haufen und Hunde leiden, frohe Mienen fehlen, Stress ist angesagt. Man ist gestresst, weil alle gestresst sind. Man ärgert sich über jedes Hindernis und schwärmt von der Zeit, als noch vermeintliche Freiheit herrschte, eine äussere, keine innere Freiheit. Wenn Freiheit Ausgang, Party, Musikfestival und „Shoppen“ bedeutet, ja dann „ade, du schöne Welt“ (Papageno in der Zauberflöte). Selbst der Begriff Freiheit hat heute eine andere Bedeutung, das beweisen gerade die „Freiheitstrychler“, die eben ein Jahr alt geworden sind und von einem bekannten Rechten gesponsert werden. Sie johlen liberté, das einzige französische Wort, das sie wohl kennen, da ja im Kanton Schwyz der Französisch-Unterricht zwei Jahre später als der englische beginnt.
Die Menschen drängen und drängeln. Sie verweilen in den Wintergärten der Restaurants und trinken ihren trendigen Aperitif. Man hat den Eindruck, immer wieder dieselben Personen zu treffen, denn alle sehen sich ähnlich. Alle benützen die gleichen Anglizismen, sprechen auf eine identische Art und Weise. Ich fühle mich fremd, aber so fühlen sich wohl seit der Antike alle Alten gegenüber den Jungen, den veränderten Moden und Ansichten. Eines Tages werden die gedruckten Zeitungen, Zeitschriften und Bücher, die Buchhandlungen und Bibliotheken verschwunden sein. Das Marketing wird die Welt beherrschen, alle Sprachen ausser Englisch gestorben und geschichtliche Begriffe verschoben sein.
Im Tram starren alle Fahrgäste auf ihre Handies trotz eines Fernsehers, der über das Wetter und die Skirennen informiert. Eigentlich hat man keine Lust mehr, dem heutigen Leben gewachsen zu sein.
Ich dachte das wäre nur mein Gefühl. Ich fremde nicht doch verstehe nicht ich öfter nicht die gesprochene Sprache und wen ich frage was man eigentlich meinte guckt man mich an als wäre ich ein Außerirdischer sei. Ich möchte kein Schrfer Kritiker sein da meine / unsere Generation doch auch fand das unsre Eltern , Familie, Lehrer „Antiken“ sind. Also müssen wir den Tahtsachen duldig bleiben und das „Moderne Jungfolk“ mus ebenfalls die Geduld haben bis wir verschwinden…