endet nicht, wenn sie sterben. Sie sterben, wenn sie ihre Hoffnung verlieren und niemand mehr an sie glaubt“. Diese Sätze schrieb ein unbekannter – wohl verzweifelter, aber völlig realistischer – Verfasser.
Eine Hoffnung zu verlieren, ist weniger bedeutend als die Erkenntnis, dass niemand mehr an einen glaubt. Bevor man selber nicht mehr an sich glaubt, verliert man den Glauben der Umwelt. Warum werden viele ältere Menschen bescheiden, bieder, desinteressiert am Geschehen der Welt, rückwärtsgewandt, Neuerungen skeptisch gegenüber, verbittert, verholzt? Weil man nicht mehr an sie glaubt. Weil man sie nicht mehr braucht. Weil sie sich überflüssig vorkommen. Weil sie ihr Selbstwertgefühl eingebüsst haben.
Kommen dann noch finanzielle Probleme ins Spiel, so dass der gewohnte Standard nicht mehr aufrecht erhalten werden kann, zudem eine der geliebten Katzen sich zum Sterben aus dem Staub gemacht hat, so verstummt man peu à peu, da doch keiner zuhört, man möchte sich berauschen, bekiffen, Kokain schnupfen oder nicht ausprobiertes Härteres schlucken und endlos, wirklich endlos der Stimme Jacques Brels lauschen mit „Les vieux ne rêvent plus, leurs livres s’ensommeillent, leurs pianos sont fermés.
Le petit chat est mort, le muscat du dimanche ne les fait plus chanter …“.