29. Mai 2023 Doris Schöni 0Comment

Vor 57 Millionen Jahren lebten sonderbar anmutende Tiere auf der Erde. Eines davon war das Einhorn. Damals begann die sogenannte Heisszeit.

Einhörner faszinieren dadurch, dass sie seltene, kostbare und spirituelle Tiere sind. Auch hat das Wesen eine heilende Wirkung und ist ein Symbol für Reinheit, Unschuld und Freiheit. Es gilt als Krafttier. Dabei steht es dafür, sich selbst treu zu bleiben und sich aus Zwängen zu befreien. Tatsächlich taucht das Einhorn schon im 3. Jahrhundert vor Christus in der Bibel auf. Als das Alte Testament aus dem Hebräischen ins Griechische übersetzt werden sollte, stiessen die Übersetzer auf einen seltsamen Tiernamen, den sie nicht kannten, „Re’em“, und den sie schliesslich mit „Einhorn“ übersetzten. Heute weiss man, dass von Auerochsen die Rede war. Doch wie kam man von einem Tier, welches zwei Hörner trägt, auf ein Einhorn? Vermutlich lag der Fehler an den babylonischen Wandbemalungen, bei denen das Tier zu sehen war, allerdings nur in der Profilansicht. So erkannten die Übersetzer auch nur ein Horn. Erst 1779 bemerkte Heinrich Sander den Übersetzungsfehler. In der römischen und griechischen Mythologie wird das Einhorn nicht genannt, es gibt auch keine Abbildungen aus dieser Zeit. Im zweiten Jahrhundert nach Christus erschien allerdings auf Griechisch ein frühchristliches Volksbuch, der „Physiologus“. Darin steht, dass nur Jungfrauen Einhörner fangen können. Dabei deutete man, dass die Jungfrau Maria und das Einhorn Jesus Christus ist. Das eine Horn steht für den Monotheismus und die Menschwerdung von Gott.

In der Heisszeit kommt die Natur in Not, sie muss oder müsste sich gegen Hitze und Wassermangel wehren. Das sind komplizierte chemische Vorgänge, wobei einer davon in der Reduktion besteht. Das heisst: Wer die Heisszeit übersteht, muss schrumpfen. Das Einhorn wurde auf die Grösse eines Eichhörnchens reduziert – diese Erkenntnis kommt aus dem Reich der Fantasie.

Nun ist eine neue Heisszeit im Kommen. Bis sie ihren Höhepunkt erreicht, könnte eine weitere Million Jahre vergehen. Aber der Mensch verkürzt oder verkürzte ihr Kommen. So die bange Frage aus der Fantasiewelt: Wird das Einhorn noch einmal schrumpfen? Die Etruskerspitzmaus (Suncus etruscus) ist eine Säugetierart aus der Familie der Spitzmäuse. Sie ist – zusammen mit der Schweinsnasenfledermaus – das kleinste Säugetier der Welt und lebt im Mittelmeerraum sowie in Teilen Asiens (Wikipedia). Sie misst 35 bis 48 Millimetern, ihr Gewicht beträgt rund 2,5 Gramm.

Assoziation: Das Bild des Einhorns, das immer kleiner und kleiner wird und verschwindet.

Wird so etwas nicht als Mutation bezeichnet?

 

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