6. März 2017 Doris Schöni

Man schreibt Blogs, damit sie gelesen werden. Allerdings verliert man mit dem Anspruch, gelesen zu werden, einen Teil der Freiheit. Man könnte Vorfälle beschreiben, Kritik an gewissen Umständen äussern, Personen, die einem zuwiderlaufen, treffend charakterisieren und damit beleidigen. Dann kommen Freunde und schelten: „Das kannst Du nicht schreiben. Lösche dieses Thema“. Sie verhalten sich derart apodiktisch, dass einem der grosse Zweifel übermannt. Vielleicht meint der Freund es gut mit einem. Möglicherweise ist er ängstlich und feige und spricht einem deshalb die Meinungsfreiheit ab. Und wenn er recht hätte? Offenbar sind jene Blogger am erfolgreichsten, die im Mainstream schwimmen. Die sich…

28. Februar 2017 Doris Schöni 1Comment

Das „Lückenbüesserli“ beendete seinen dreimonatigen Betrieb auf dem Muribadparkplatz am 26. Februar. Manch einer vergoss innerlich eine Träne – wohin, wenn das „Lückenbüesserli“ übersommert? Lagerfeuerromantik und Fondue im Zelt: Für viele Besucher ist das „Lückenbüesserli“ zu einer Art Heimat geworden.Für viele Leute – aus der Gemeinde und von anderswo – ist das „Lückenbüesserli“ eine Begegnungsstätte, in der „man“ sich trifft. Freunde verabreden sich zu einem Glühwein, einem Cüpli, zu Kaffee und Kuchen. Kinder und Hunde sind willkommen und haben im Wäldchen und auf dem Parkplatz die Gelegenheit, sich auszutoben. Es fehlt weder an Hotdogs mit „Kätschüp“, Ovomaline oder Kakao für…

18. Februar 2017 Doris Schöni

Sollten Sie, Mensch über 70, genügend Kraft und Durchhaltevermögen haben, so setzen Sie sich für Ihre Belange ein. Wehren Sie sich gegen die Bevormundung jüngerer und sogenannt dynamischer Personen, welche Sie auf den Altenteil setzen möchten. Rebellieren Sie gegen das nicht sehr bewegliche Pensionierungsalter. Beweisen Sie gegenüber den jüngeren Bewerbern Ihr Können. Lassen Sie sich weder verdrängen noch mit dem Argument der Pensionierung absetzen. Betreiben Sie zivilen Ungehorsam. Sind Sie im Heim oder in der Residenz untergebracht, so lassen Sie sich nicht helfen, das heisst, deaktivieren. Beschweren Sie sich über die starren Essenszeiten und das Rauchverbot sowie die Beschäftigungen Turnen,…

9. Februar 2017 Doris Schöni

Stellen Sie sich vor: Das Organisationskomitee der Ausstellung „Kunst zum Anfassen“ veranstaltete einen Apéritif an einem warmen Herbsttag im Garten der Villa Mettlen. Sehr viele Besucher fanden sich ein, und als bekannt wurde, dass ein ein Künstler mit einer Fangemeinde von 30 Personen erscheinen würde, verdoppelte das OK die Menge der belegten Brötchen, Sandwiches, Eier, frischen Früchte und Friandises. Nach knapp einer Stunde waren die Platten und Schalen leer. Pech für einen Besucher, eine Berühmtheit unter Vernissage-Habitués, berühmt für sein homerisches Gelächter und noch mehr für seinen parasitären Appetit. Dieser Besucher kam eine Stunde zu spät. Die Platten und Schalen…

8. Februar 2017 Doris Schöni

In einem grossen Astloch einer Eiche oberhalb der Aare gesichtet: Die Waldohreule Durchzügler und Wintergast in Muri Ein Hundespaziergänger, ausgerüstet mit einem Feldstecher, berichtet freudestrahlend: „Auf dieser Eiche befindet sich seit Dezember eine Waldohreule“. Waldohreule? Nicht-Ornithologen benötigen zur Identifizierung des Vogels das Internet. Der „Asio otus“ gehört zur Vogelgruppe Ohreulen und Käuze. Mit einer Länge von 35-37 cm und einer Spannweite von 84-95 cm ist die Waldohreule etwa so gross wie die Schleiereule. Besondere Merkmale der Waldohreule sind die orangegelben Augen und die langen Federohren, die jedoch im Flug und im Ruhezustand ganz angelegt werden können. Die namensgebenden Federohren sind…

6. Februar 2017 Doris Schöni

In der NZZ am Sonntag (5.2.2017) schreibt Patrick Imhasly einen amüsanten Artikel unter dem Titel „Ich wünsche mir einen Dorftrottel“. Er bezieht sich dabei auf die Aussage Christoph Blochers – oder dessen Gattin? – an der diesjährigen Albisgütli-Tagung „Akademiker sind Dorftrottel“. Sind Dorftrottel nicht ausgestorben? Entweder verrotten sie in der Psychiatrie oder wurden recht-geformt. Möglicherweise band man ihnen eine Kravatte um und schickte sie in die Politik. Sie dienen also nicht mehr als Blitzableiter, sprich Sündenböcke. Menschen aus der Fremde wurden mit dieser Rolle versehen. Wie wird man ein Dorftrottel oder eine Dorftrottelin? Man stelle sich vor, eine nicht mehr…