Eine Geisterbahn dient dem Zweck, ihre Besucher und Fahrgäste zu erschrecken. Erschreckend ist der Unterschied zwischen den Geisterbahnen der fünfziger Jahre und heute. Damals genügten einige Skelette, Teufel, und gruselige Gestalten, um Gänsehaut auszulösen. Die heutigen Geisterbahnen haben massiv an Brutalität zugenommen. Die technischen Errungenschaften eröffnen Möglichkeiten, die derart echt wirken, dass den – unerfahrenen – Besuchern der Angstschweiss übers Gesicht rinnt. Bereits auf mittelalterlichen Märkten erfreuten sich sogenannte Kuriositäten-Shows grosser Beliebtheit. Dort wurden Menschen mit körperlichen Behinderungen und Missbildungen quasi „ausgestellt“, um Besuchern Gruselgefühle zu vermitteln. In späterer Zeit kamen noch missgebildete und/oder exotische, oft „zurechtgeschminkte“ Tiere hinzu. Ab…
Autos. Menschen über 70 überlebten einige Autos. Sie erinnern sich nicht an alle. An das erste und – wenn Pech droht – an das heutige und letzte. Gegen das Ende des Lebens hat man nicht nur die Marken gewechselt, sondern auch den Fahrstil. Im Alter werden viele Menschen ängstlicher beim Autofahren, was eigentlich widersinnig ist, befinden sie sich doch näher beim Tod als in jungen Jahren. Es sind die Jungen, die, je schneller sie fahren, desto sicherer fühlen sie sich. Unerfahrene sind angstfrei und überzeugt, ihnen geschehe kein Unheil. Mit Erfahrungen wächst die Furcht vor einem Unglück. Die Risiken, die…
Passend zum Gründonnerstag wurde auf dem deutschen Sender mdr die Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach aus der Thomaskirche von Leipzig übertragen. Der Thomanerchor wurde bereits 1212 gegründet und ist somit einer der ältesten Knabenchöre Deutschlands. Bedeutende Kantoren standen dem Thomanerchor vor. Der berühmteste von ihnen, Johann Sebastian Bach, trat 1723 sein Amt in Leipzig an. Das Evangelium des Matthäus erzählt die Geschichte der Kreuzigung Christi. Mit der Matthäuspassion waren Gewandhausorchester und Thomaner im Jubiläumsjahr 2012 auch in Japan, Korea und England zu Gast. Der damalige Thomaskantor Georg Christoph Biller (1955-2022), der Chor und Orchester leitete, war selbst Thomaner und hat…
Selber in einem indiskutablen Alter, stelle ich mit Verwunderung fest, dass es Altersgenossinnen von mir gibt, die – verwitwet – für einen Mann schwärmen oder einen neuen Compagnon suchen. Entsetzt rufe ich aus „um des Himmels Willen, bis du irr, willst du deine Freiheit einbüssen?“ Dann ging ich in mich und kam zum Schluss, dass es diesen Frauen eigentlich nicht um einen Mann geht, sondern um die Einsamkeit, oder besser: das Allein-Sein. Noch habe ich nicht recherchiert, ob es psychologisch eine Erklärung für Alleingänger oder Zweigänger gibt. Warum fällt einigen Menschen das Allein-Sein derart schwer? Und andere geniessen die Einsamkeit….
Wer aber ist der Klügste im folgenden Zwist? Der Grund dieses Streits ist nicht relevat. Zwei ältere Semester, F und L genannt, schrieen sich im Garten eines Hauses in einem der vornehmsten Vororte der Hauptstadt an. Und waren sich danach spinnefeind – allerdings waren sie nie Freunde gewesen. Fatalerweise spielte auch eine Frau in diesem Konflikt eine Rolle. Sie war der Auslöser, jedoch nicht der Grund für den Streit gewesen. F, der ihn vom Zaun gerissen hatte, verlangte von der Frau apodiktisch eine Entschuldigung von L.. Der Frau, ebenso eine Seniorin, gelang es nicht, L zu einer Entschuldigung zu bewegen,…
Vor etwa 3000 Jahren sollen die Amazonen ungefähr 1000 Jahre lang, zwischen 1200 und 333 vor Christus, am Fluss Thermodon im südlichen Anatolien an der Ostküste des Schwarzen Meeres oder auch in den Gebieten des Kaukasus-Gebirges bis zum Kaspischen Meer gelebt haben. Als Amazonen werden in griechischen Mythen und Sagen einige Völker bezeichnet, bei denen Frauen „männergleich“ in den Kampf zogen. Amazonen wurden als wagemutige Kämpferinnen und Reiterkriegerinnen dargestellt. Zwei Waffen sind den Darstellungen von Amazonen ab dem letzten Drittel des 5. Jahrhunderts v. Chr. eigentümlich: die Labrys, eine auch als Amazonenaxt bezeichnete Doppelaxt, sowie die Pelte, ein kleines, halbmondförmiges…
Besuch des männlichen Paars, einem Berner und eines Franzosen. Der Franzose gibt sich grosse Mühe, Deutsch – Hochdeutsch – zu sprechen. Den „Blick“ kann er lesen, die“ NZZ“ nicht. Soviel zu seinem Deutsch-Niveau. Des Franzosen Unbill: Seine Hochdeutsch-Bemühungen sind für die Katz, da man ihm auf Dialekt antwortet. Den hat er nicht in der Schule gelernt und auch nicht im Umgang mit seinem Berner Freund. Zudem fragt er sich, ob er Bern-, Zürich-, Basler- oder Walliserdeutsch lernen müsste. Unter demselben Problem leiden auch drei schulpflichtige Nachbarskinder, die ihre ersten Schuljahre in Frankreich verbrachten, sich dann mit ihrer Mutter in der…
Laut Wikipedia ist Hass (von althochdeutsch haz „Feindseligkeit, aggressive Handlung; Widerwillen, Abneigung“. „Die Motive des Hassenden sind vielfältig und schwer zu bestimmen, herzuleiten und zu erklären. Sie können auf einer durch Ideologien oder soziale Gruppen erworbenen Ablehnung gegen etwas oder jemanden beruhen oder auch auf einer konkreten Erfahrung, etwa einer konkreten Verletzung von Werten und Bedürfnissen. Hass kann unmittelbar entstehen, etwa infolge einer negativen Erfahrung“. Am 6. April brachte der Sender 3sat eine Dokumentation über den „Hass im Netz“. Der Hass im Netz ist eine neuzeitliche Erfindung: Es ist die Möglichkeit, Hassgefühle einer Öffentlichkeit zugänglich zu machen, vielfach Hass gegen…
Die übliche Ausrede: Kriege gibt es seit Menschengedenken. Im Fall bewaffneter Konflikte schützt das humanitäre Völkerrecht Zivilpersonen sowie bestimmte Objekte und Einrichtungen. Zudem schränkt es die Mittel der Kriegsführung ein und verbietet gewisse Waffen. Das humanitäre Völkerrecht schützt nicht etwa Menschen vor Kriegen, sondern vor festgelegten Kriegshandlungen. Als ob es eine Rolle spielen würde, ob Menschen von Streubomben oder von Raketen getötet werden. Ist es nicht blanker Zynismus, dass es ein Recht zum Krieg gibt, wobei der Krieg „sauber“ sein muss, um nicht als Kriegsverbrechen zu gelten. Krieg ist doch per se ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Warum werden allfällige…
Eine TV-Dokumentation über die Konflikte im Balkan vermittelte wertvolles Wissen über die Ursachen zu den Abscheulichkeiten, die vor lediglich 30 Jahren im früheren Jugoslawien geschahen. Es ging dabei – wie in den meisten Kriegen – um Macht. Die Bilder der kämpfenden Serben, Kroaten, Bosniern und Kosovo-Albanern waren verstörend. Dass sogenannte ethnische Säuberungen derartigen Hass und Mordlust auslösen, und zwar von Ethnien, die Hunderte von Jahren miteinner gelebt hatten, ist nicht nachvollziebar. Menschen, friedliche Nachbaren, wurden über Nacht zu Todfeinden. Es wurde gemordet, muslimische Frauen wurden zu Tausenden vergewaltigt in der völlig unwissenschaftlichen Annahme, deren Kinder würden zu Christen, gebradschatzt, geraubt…
