Der Begriff „kulturelle Aneignung“ ist in aller Munde. Er könnte das Unwort des Jahres 2022 werden. Dabei muss berücksichtigt werden, dass es in der Natur des Menschen liegt, andere nachzuäffen. Nicht nur in der Kultur, sondern auch in der Kulinarik. Bis in die fünfziger Jahre ass man in der Schweiz sehr schweizeisch. Nach diesem Zeitpunkt begann man, ins Ausland zu reisen und brachte erstmals aus Italien, Spanien, Frankreich, etc. Rezepte von Speisen mit nach Hause, die mit oder ohne Kochbuch nachgekocht wurden. Plötzlich wurde entdeckt, dass fremdes Essen hervorragend mundet, also wurden solche Gerichte in den Schweizer Wochenspeiseplan integriert. Mit…
Linke Kreise wollen einen Ballermann-Song verbieten. Die Junge SVP geht in die Gegen-Offensive und verlost Ferien auf Mallorca von Thomas Renggli, 27.07.2022 „Der Songtext hegt keinen Anspruch auf höhere intellektuelle Weihen: „Mein Junge, ich hab‘ ein Geheimnis für dich Was er von mir wollte, wusste ich nicht Ich sah nur das Grinsen in seinem Gesicht „Was ich dir sage, glaubst du mir nicht.“ Ich hab‘ ’nen Puff und meine Puffmama heißt Layla Sie ist schöner, jünger, geiler Dann war es auch um mich geschehen Das wollte ich aus der Nähe sehen Ich ging in den Laden und schon stand sie da…
Die diesjährige Hitze befreit von überflüssiger Kleidung. Endlich wagen sich mittelalterliche Männer sockenlos in die Sandalen. Aber bitte begutachte doch jede und jeder sein „unten ohne“, bevor sie oder er kurze Hosen kauft, selbstkritisch vor dem Spiegel. Wenigen Frauen und Männern ist es vergönnt, ihren Gehapparat öffentlich zur Schau zu stellen. Männer, deren Beine im Anzug tadellos aussehen, büssen diese Tadellosigkeit ein, wenn ihre unteren Extremitäten enthüllt werden. Manche Vertreter des männlichen Geschlechts haben Beine wie Albträume, schwer und mastig. Bei vielen Frauen hat man den Eindruck, dass sie Spiegel meiden, bevor sie in ihre Shorts schlüpfen. Es scheint eine…
Eine schweizerische Band mit Rasta-Locken spielte in einem Restaurant in der Lorraine Reggae. Einige Zuhörer(innen) riefen „Rassismus“ und „kulturelle Aneignung“; der Beizer stoppte die Band. Diese Saure-Gurkenzeit-News schwappte durch Europa und ein heftige Kontroverse brach aus. Man stritt über den Begriff „kulturelle Aneignung“. Wikipedia definiert dieses Konstrukt folgendermassen: Mit dem Begriff Kulturelle Aneignung wird die Übernahme eines Bestandteils einer Kultur von Trägern einer anderen Kultur oder Identität bezeichnet. Die ethische Dimension kultureller Aneignung wird in der Regel nur dann thematisiert, wenn die angeeigneten Kulturelemente einer Minderheit angehören, die als sozial, politisch, wirtschaftlich oder militärisch benachteiligt gilt. Die Kultur werde somit in der Tradition historischer Unterdrückung ihrem…
Schöner als Erich Fromm, kann ich es wohl nicht sagen…aber warum „wir für Geld arbeiten „statt“ nur für einen Sinn, das weiß ich auch nicht mehr so genau … früher erschien mir das aber auch als „normal“… Man sende doch dieses Zitat an die Steuerbehörde, vielleicht erlässt sie – gerührt – die Steuern jener, die immer arm bleiben … .
vom elektriserenden Begriff „Nachhaltigkeit“. Jede Branche wirbt mit diesem Begriff. Er verspricht einen nachhaltigen Gewinn. Die Kleiderfirmen sind noch zur Zeit auf diesen Zug aufgesprungen. Die C&A schreibt: „Es ist vielleicht nicht unkompliziert, aber dennoch ganz einfach: Nachhaltigkeit ist universell, sie betrifft alles und jeden. Wir bei C&A glauben: Jede Entscheidung für Nachhaltigkeit – selbst die allerkleinste – ist super. Einfach grossartig! Deshalb bieten wir dir eine riesengrosse Auswahl nachhaltiger Mode. Sieht toll aus? Fühlt sich fantastisch an? Hat den gleichen Preis wie konventionelle Mode? Ja, ja und noch mal ja! Denn wir wollen, dass Nachhaltigkeit das Normalste auf der…
das am Nachmittag Snacks anbietet? Zwischen Mittag- und Nachtessen vertilgen Restaurantbesucher Coupes und Glacen im Sommer, Vermicelles und Kuchen im Winter. Zwei Wochen vor Ostern bis und mit Ostermontag bieten die Restaurants gekochte Eier an anstatt, wie in Frankreich, das ganze Jahr über. Sozusagen jede Gaststätte verfügt über den obligaten Korb mit Chips, Salzstängelis und gesalzene Erdnüssen und natürlich auch über Nussgipfel. Auf die Idee, Snacks in ihr Angebot aufzunehmen, ist noch kein Gérant oder Besitzer gekommen. Was versteht man unter Snacks? Eine Kleinigkeit, die den Gaumen kitzelt, den Appetit fürs Nachtessen schärft und den „Gluscht“ befriedigt. Neben den gekochten…
ich blind, scheinblind. Mein zerklüftetes Gesicht ist nicht mehr zu ertragen. Es ist nicht würdig, auch nicht edel. Es ist schlicht hässlich. Ich habe es, dieses Gesicht, nie vorbeugend gesalbt und mit teuren – ohnehin wirkungslosen – Cremen eingeschmiert. Weder Gurken aufgelegt noch Froschextrakte eingerieben über Nacht, Nacht- und Tagespflege ignorierte ich, aber eines, nur eines war ein MUSS für mich: braun musste es sein. Man warnte mich vor Konsequenzen – „die Haut vergisst nie“ – , die ich in den Wind schickte, und nun? Eigentlich trafen sie mich recht spät, die Haut „vergisst“ seine Gene nie. Im grunde genommen…
Tage um Tage, Wochen um Wochen, Monate um Monate. Wie viele Jahre noch? Montag: fremdbestimmter Spaziergang mit Schmerzen, nur um sich auf Tag X* vorzubereiten. Tag X? Stundenlanger Beizenstopp. Am Abend möglicherweise das Spiel „1 gegen 100“ (1 gegen 50), um mich künstlich aufzuregen, zu lauern, ob der Kandidat oder die „Wand“ den Begriff Plagiat oder eine französische Speise nicht kennen. Computer, Schach, Blog. Irgend einmal zu Bett. Dienstag: fremdbestimmter Spaziergang mit Schmerzen, nur um sich auf Tag X* vorzubereiten. Stundenlanger Beizenstopp. Nachtessen mit Lucien, vielleicht gesellen sich Olli und Michael dazu. Später am Abend Literaturclub – nur einmal jeden…
Als billiger Jakob wird ein Händler, der Waren minderer Qualität meist auf Märkten zu Niedrigpreisen anbietet, bezeichnet. Der Name Jakob bezieht sich auf den heiligen Jacobus, dessen Gedenktag der 25. Juli – also heute – ist. Um diesen Tag herum fanden vielerorts Jakobs- oder Jacobimärkte statt. Jakobus der Ältere (5 v. Chr.-44 n. Chr.) ist der Schutzpatron vieler Orte und Städte, aber auch von Spaniender Pilgerder Apotheker und Drogistender Hutmacher, Wachszieher und Kettenschmiededer Kriegerder Schröter (Die Aufgabe des Schröters war es, Bier oder Wein im Fass vom Keller zum Schiff oder Wagen und vom Wagen wieder in einen Keller zu „schroten“)der Arbeiterfür Äpfel und Feldfrüchtefür das Wetter Jakobus, der Bruder des Johannes, war…
