24. April 2021 Doris Schöni

Unzählige Zitate und Aphorismen befassen sich mit Freundschaft: Wenn du mit lieben Freunden streitest, beziehe das nur auf die aktuelle Situation – lass die Vergangenheit ruhen (Dalai Lama) Freunde sind Gottes Entschuldigung für Verwandte (George Bernard Shaw) Nimm dir nicht den zum Freunde, der dir nicht ebenbürtig ist (Konfuzius) Der Begriff Freundschaft bedeutet nicht für alle Menschen dasselbe. Es gibt Menschen, die zu keiner Freundschaft taugen. Andere hingegen ziehen Freunde fast magnetisch an. Unter Freunden gibt der eine zuviel, der andere zu wenig. Es wurde gesagt, Loyalität unter Freunden sei nicht notwendig. Loyalität ist jedoch das Fundament einer Freundschaft ….

18. April 2021 Doris Schöni

Die SP fordert in einer Gemeindeinitiative „Bezahlbares Wohnen in Muri-Gümligen“. Die Initiantinnen und Initianten sind sich siher,c dass Wohnraum zu einepreisgünstiger r höhereven Gemeinschaftsleben, mehr Mitspracherecht sowie ein sozialen Durchmischung, lebendigeren Quartieren und damit zu mehr Lebensqualität führt. Die Initiative soll nachhaltig zu weniger Spekulationen, hoher Wohnsicherheit, einem aktiner Verjüngung der Bevölkerung beitragen. Zudem werden damit höhere Energie- und Umweltstandards sowie verdichtetes Bauen gefördert. Welche Verbesserung bringt das der Gemeinde? Ja, die Zahl der über 65-Jährigen ist Muri b. Bern höher als in anderen Gemeinden und Vororten von Bern. Und ja, es gibt bestimmt mehr bildungsnahe Einwohner als anderswo  und…

17. April 2021 Doris Schöni 1Comment

Es begab sich beim köstlichen Black Angus Beef Essen: In einem Alter, in dem Zahnimplantate das Gebiss vervollständigen, ist man aber nicht gefeit gegen weitere Ausfälle. Also: Beim zarten Black Angus Beef Kauen fiel eine Zeile von unteren Zähnen in die Mundhöhle. Sie wurd  geborgen, in ein Papierchen gepackt und in die Westeninnentasche gesteckt. Tage vergingen ohne Zahnarztpraxisbesuch. Andere Prioritäten. Die fehlende Zahnzeile behinderte nur ein wenig. Wäschewaschen wurde nötig. An das Papierchen mit den Zähnen erinnerte man sich nicht. Man erinnerte sich auch nicht daran, die Taschen der Weste, die gewaschen werden musste, geleert zu haben. Plötzlich mitten in…

16. April 2021 Doris Schöni

Vor 60 Jahren fand in Jerusalem der Eichmann-Prozess statt. Adolf Eichmannwar während der Nazizeit als SS-Obersturmbannführerund Leiter des Referats für Judenangelegenheiten im Reichssicherheitshauptamt Cheforganisator des Genozids. Nach dem Zweiten Weltkrieg flüchtete Adolf Eichmann nach Argentinien, wurde 1960 in einer tollkühnen Aktion von Mossad-Agenten nach Israel entführt und dort vor Gericht gestellt. Der Angeklagte behauptete,  „nicht schuldig“ zu sein und fügte bei: „Ich habe nur Befehle ausgeführt“. Ankläger Gabriel Bach „wollte beweisen, dass Eichmann nicht  nur Befehlsempfänger war, sondern dass er sich mit der Tötung der Juden identifizierte. Er wollte wirklich das ganze jüdische Volk umbringen …“. Viele Prozessbebachter, so auch…

7. April 2021 Doris Schöni 2Comment

Angelika: Bist du in einem Verein? Adrian: Ja, in mehreren. Angelika: Warum? Adrian: Ja, was soll ich sagen? Alle Schweizer befinden sich in Vereinen. Angelika: Warum? Adrian: Frag nicht so blöd. So ist es einfach. Angelika: Aber es muss doch einen Grund dafür geben. Adrian: Ja, weisst du. Es ist wie im Militär. Man lernt Leute kennen. Es gibt einen gemeinsamen Zweck. Regeln sind verbindlich und müssen eingehalten werden … Angelika: Braucht der Mensch Regeln? Adrian: Ohne Regeln würde Chaos herrschen. Angelika: Ja und? Adrian: Chaos ist Unordnung, Verbrechen, Zügellosigkeit, falsch verstandene Freiheit, Verantwortungslosigkeit. Stell dir vor, jeder macht, was…

5. April 2021 Doris Schöni

Wie jung war ich, als ich mir Jean-Paul Sartres Zitat „L’enfer, c’est les autres“ als Lebensmotto auswählte? Die Jahre troffen an mir herab, das Motto blieb. Erst später untermauerte die lateinische Sentenz „Homo homini lupus“ („Der Mensch ist des Menschen Wolf“) des römischen Komödiendichters Titus Maccius Plautus (ca 254-184 v. Chr.) diese Überzeugung. Es ist anzunehmen, dass ein Ereignis die Tendenz zur Menschenbefremdlichkeit vorbereitete: Ich war fünf Jahre alt, stolze Besitzerin eines Vollgummiballes von hässlicher Farbe, dem ersten Gummiball nach dem 2. Weltkrieg. Auf die Bitte meiner älteren Schwester, den Ball mit in die Schule zu nehmen, ging ich widerstrebend…

27. März 2021 Doris Schöni

Mir träumte, oder ich schien zu träumen: Horror Tod hatte mich ereilt. Und zwar in der Gestalt des Sensemanns aus Niklaus Manuels Totentanz in der landsknechtischen Kleidung des ausgehenden 15. Jahrhunderts. Vom Leben in den Traum in den Tod und in eine riesige, helle Halle umgeben von einem Infinity Pool mit dem Anschein, das Wasser würde im Nichts oder in der Unendlichkeit verschwinden. Ich war noch immer ich oder ich, die ich dachte, zu sein. Die riesige Halle wurde getragen von korinthische Säulen, deren Kapitelle mit Akanthus umgeben waren. In kleinen Grüppchen unterhielten sich Menschen. Die Stimmung in der Halle…

24. März 2021 Doris Schöni

Es ist seltsam: Die Gewalt in Familien hat zugenommen, psychiatrische Praxen werden überrannt, die Menschen in der Schweiz leiden unter den von Virologen empfohlenen Einschränkungen durch die Corona-Epidemie. Die Jungen müssen auf Parties verzichten, die Älteren auf Stammtische, beiden Kategorien ist es versagt, sich in einem Sportklub zu betätigen. Jung und alt vermissen den Kontakt zu anderen Menschen, Familien beklagen fast prophetisch das Ende der Sippschaft Kultur. Und wenn man durchs Land wandert, fällt auf, dass jedermann mit jedermann das Gespräch sucht. Vor der Epidemie versteckte sich männiglich hinter dem Handy, den anderen Menschen abgewandt. Während Jahrzehnten hatte man Kinder…

22. März 2021 Doris Schöni

Fairness lernt der Mensch beim Betreiben von Spitzensport. Dazu ist zu bedenken, dass es fairere und unfairere Sportarten gibt.  Sonderbarerweise sind unfairere Sportarten beim Publikum beliebter. Sie übernehmen dabei die Funktion einer Projektion: Der Mensch delegiert seine Unfairness und ist sich deren nicht bewusst. Aber was ist eigentlich Fairness? Sie ist ein ungeschriebenes Gesetz, und ungeschriebene Gesetze sind per se leichter anwendbar als aufgezwungene. Übergeordnet bedeutet Fairness, andere Menschen so zu behandeln, wie man selber behandelt werden möchte. Fairness gebietet Respekt, Respekt vor dem „Gegner“, dem Gegenspieler. Im Sport heisst das, den „Gegner“ nicht zu unterschätzen, denn auch ein schwächerer…

18. März 2021 Doris Schöni

Es wird vermutet, dass der Satz Teile und Herrsche (lateinisch: divide et impera) von dem französischen König Ludwig XI. (1461-1483) stammt. Manche Historiker sprechen ihn auch Julius Cäsar (100 v. Chr.-44 v. Chr.) zu. Der Ausspruch soll deutlich machen, dass man seine Gegner durch das Säen von Zwist schwächen und gegeneinander ausspielen kann, um sie zu besiegen und über sie zu bestimmen. „Teile und herrsche“ – mit dieser Taktik eroberte Rom ein Weltreich. „Divide et impera“, „Diviser et règner“, „Teile und herrsche“: Alle drei Sprachen drücken ein und dasselbe aus: Nämlich Zwietracht säen, also Vertrauen unterminieren, um auf Basis dieser…