28. Januar 2020 Doris Schöni

… die Hygienefanatiker auf der einen und die Lebensmittelwiederverwerter auf der anderen Seite. Weltweite Lebensmittelvorschriften zwingen zum Beispiel Fluggesellschaften, selbst noch originalverpackte Brötchen und Butter und Konfitüre und Streichkäse sowie unangetastete Mahlzeiten und versiegelte Salatsaucen der Vernichtung zuzuführen. Das lässt jene Menschen verzweifeln, die einfach Hunger haben, Hygiene hin oder her. Zu früheren Zeiten kamen wenigstens noch die Schweine in den Genuss von übriggelassenen Firstclass-Spezialitäten, bis man auch sie vor der Gefahr, unhygienisch zu fressen, bewahrte. Die weltweite Hygiene-Mafia verbietet Restaurants unter Androhung der Schliessung, gekochte Speisen am nächten Tag – selbst im Winter – zum zweiten Mal anzubieten. Die…

26. Januar 2020 Doris Schöni

Der Antisemitismus ist im Aufschwung – in Europa und in den USA. Seit der Beendigung des Zweiten Weltkrieges war es ein Tabu, zum Beispiel den Holocaust zu bezweifeln. Nun dürfen die Menschen ihren vorgefassten Meinungen über die Juden wieder freien Lauf lassen. Die ewiggestrigen Vorurteile über Juden, die latent nie wirklich überdacht wurden und danach verschwanden, können wieder ausgesprochen werden. Antisemitische Vorfälle nehmen, auch in der Schweiz, zu. Das Gedächtnis der Menschen von heute ist mittlerweile durch die Social Media geschrumpft. Der Holocaust vor 75 Jahren ist schon soo lange her, dass man ihn bereits vergessen und ad acta gelegt…

13. Januar 2020 Doris Schöni

Eltern von schulpflichten Kindern wundern sich, dass weder in der sechsten, siebten oder achten Klasse in verschiedenen Schulen im Jahr vielleich zwei Diktate und ein Aufsatz geschrieben werden müssen. Ja, was lernen die Schüler sonst im Deutschunterricht? Im Zusammenhang mit dem Pisa-Test wurde festgestellt, dass ein grosser Teil der 15-jährigen Schüler einen zusammenhängenden Text nicht versteht. Diese Schüler sind also ausserstande, Zeitungsartikel, Beipackzettel oder Wahlempfehlungen zu begreifen. In der Schweiz gibt es rund 500’000 Personen, die beim Schulaustitt nicht richtig lesen und schreiben können. Rund 16 Prozent der Schweizer Wohnbevölkerung beherrschen das Lesen und Schreiben nur unzureichend. Die Lese- und Schreibschwäche trotz…

23. Dezember 2019 Doris Schöni

„Gnothi seauton“ ist eine vielzitierte Inschrift am Apollotempel von Delphi, als deren Urheber Chilon von Sparta, einer der „Sieben Weisen“, angesehen wird. Die Forderung wird im antiken griechischen Denken dem Gott Apollon zugeschrieben. Das Orakel von Delphi war eine Weissagungsstätte des antiken Griechenlands. Der Überlieferung zufolge sollen am Eingang des Tempels von Delphi die Inschrifte „Erkenne dich selbst“ angebracht worden sein. „Wie in einem See schwimmen viele Menschen auch in ihrem Leben oft nur an der Ober­fläche, ohne dessen tiefen Grund kennenzulernen. Was diesen letztlich ausmacht, begreifen sie nicht. Sich selbst auf den Grund zu kommen, ist ein lebens­langer Prozess….

21. Dezember 2019 Doris Schöni

Die Musikschule Muri veranstaltete die jährlich stattfindende Weihnachtsfeier in der Kirche. In diesem Jahr gab es keine Weihnachtsgeschichte, sondern eine Chor- und Streichorchester-Aufführung. Sie stand unter der Leitung der beiden Lehrer Elisabeth Härdi (Gesang) und Stephan Senn (Cello). Es war beeindruckend, wie geschickt Elisabeth Härdi den etwa 40-köpfigen Kinder- und Jugendchor leitete. Eine solche Kinderschar zu motivieren und zu koordinieren, wobei auch kleine Kinder mitsangen, bedarf eines grossen Aufwandes. Einen ebenso begeisternden Eindruck hinterliess Stephan Senns Streichorchester. Besonders unter den Violonistinnen waren einige Talente zu entdecken. Und berührend war der kleine Cello-Spieler, der von Zeit zu Zeit nicht mehr mitkam,…

18. Dezember 2019 Doris Schöni 1Comment

Sind Sie Mitglied eines Vereins? Nein? Dann danken Sie der Vorsehung, von keinem Machtmenschen und Besserwisser stumm geschrien zu werden. Vereine spiegeln die Zustände, die in einem Land herrschen. In der Politik sind hüben und drüben der Ton und die Worte rauher geworden. Viele Vereine, die mehr als ein Verein sein möchten, haben sich den rauhen Ton angeeignet. Zudem kopieren sie ebenfalls die Mentalität der Geschäftswelt. Rücksichtslos wird dem Kommerz gefrönt, ideelle Werte wurden weggelacht, Empathie- falls es sie in der Geschäftswelt überhaupt je gab – wird als wenig geschäftsfördernd verpönt und das Gerangel um Macht und Ansehen feiert Urständ….

9. Dezember 2019 Doris Schöni 1Comment

Wir werden ihn vom Hauptbahnhof abholen. Er vermeidet den Hitler-Gruss, sagt nicht „Heil Hitler“, sondern einfach „Grüss Gott“. Ist er etwa im Exil  fromm geworden? Wir lassen ihn im Auto vorne sitzen und führen ihn zu uns nach Hause. Wir setzen uns an den steinernden Gartentisch, bieten Mineralwasser, Fruchtsäfte, Süssgetränke.Tee und Kaffee an. Hitler wählt den Tee aus und bedient sich eines grossen Stückes der beim besten Confiseur der Stadt gekauften Schwarzwälder-Torte. Seine Hände zittern noch immer, also bekleckert er dasTischtuch mit Kuchen und vergiesst Tee über seine Kravatte. Er entschuldiigt sich nicht für seine Missgeschicke. Dann wendet er sich…

29. November 2019 Doris Schöni

mit einer Person, die einem unsympathisch ist, der man misstraut, die man als Wolf im Schafspelz wahrnimmt und in deren Umgebung man sich unwohl fühlt, Frieden zu schliessen. seine wahren Gefühle, seine vermeintliche Überlegenheit, seinen Abscheu vor Plebejern, seine Verachtung für Spiessbürger, seine Ablehnung von Autoritätsgläubigen und seine Andersartigkeit nicht verbalisiert. beim Kontakt mit Ordnungshütern (mit Betonung auf Ordnung, nicht auf Menschen) gute Miene zum bösen Bussenspiel zu machen, sich schuldig zu zeigen und ja nicht den Uniformierten den Vogel zu zeigen, reumütig zu schwören, nie, nie wieder einen Zigarettenstummel aus dem Auto zu werfen, zu sagen, die Busse sei…

22. November 2019 Doris Schöni

Nicht nur in Muri, auch in Bern und Agglomeration gibt es Baustellen zuhauf. Strassen, Häuser und Abwasseranlagen sind am Entstehen, es wird gebaut, als würde Bauen verboten. Früher – vielleicht auch heute noch – sah man alte Männer, die fasziniert in Baugruben starrten. Es schien, als nähmen sie noch am Leben teil. Die meisten von ihnen stammten wohl nicht vom Baugewerbe, doch sie schienen von Baugruben- und stellen magisch angezogen zu werden. Seit Monaten, wenn nicht Jahen, dominieren dunkelrote Lastwagen, Bagger, Kipper, Krane, Lader, Traktoren, etc. Strassen und Baustellen in der Region Bern. Sie verursachen meist ohrenbetäubenden Lärm, fahren mit…