Im Dokufilm „Nazijäger – Reise in die Finsternis“ geht es um britische Agenten (unter ihnen der Enkel Sigmund Freuds, Anton Walter), die in Deutschland nach versteckten Nazis fahnden. Sie sind derart ausser sich über die Greueltaten der Nazis, vor allem ihren Experimenten an Kindern, die krank gespritzt, verstümmelt und schlussendlich getötet werden von Männern, die liebevolle Familienväter sind, dass ihre Verhöre sehr aggressiv geführt und oftmals auch von Schlägen begleitet werden. Die Angeklagten – es ist ja bekannt – rechtfertigen sich mit „Befehlen“, die sie lediglich ausgeführt hätten. „Befehle müssen doch befolgt werden“, die Ärzte lügen, streiten ab, relativieren und verstecken sich hinter ihrem medizinischen Wissen. Sie haben Abscheulichkeiten begangen, sie gehorchten „nur“ ihrem Professor. Die meisten der aufgefundenen Nazis werden gehängt. Eine Art von biblischer Strafe. Ist die Todesstrafe nicht eine zu milde Strafe? Eine Rache ohne Sühne? Gibt das Sprichwort „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ die Richtung des Schuldspruchs vor? Ist es nicht einfach feige, die Täter umzubringen, sich die Hände zu waschen und zur Tagesordnung überzugehen? So wie etwa „weg mit ihnen, dann vergisst man sie“, was der deutschen Bevölkerung ja auch widerfahren ist. Darf man gegen Unmenschliche unmenschlich sein
Fragen helfen auch nicht weiter …