11. August 2022 Doris Schöni 0Comment

kommt der Tod. Bilder aus dem Totentanz haben sich eingeprägt. Der Tod wartet an jeder Ecke. Er schleicht sich heran, umfängt Politiker, eine junge Mutter, Handwerker, Edelmann und -frau.

Vor wenigen Tagen bin ich ihm, dem nun Verstorbenen, im Coop begegnet. Wir grüssten uns artig, mir fiel sein Name nicht ein, doch als er mir einfiel, rief ich ihn hinterher. Ich kannte ihn flüchtig, er hatte mir in einer Sache geholfen, damals, als ich in dieser Sache noch Hilfe brauchte. Seine Hilfe war unbürokratisch gewesen, unbürokratisch und effizient, anders als viele heutige Gemeindeangestellte hatte er wortlos Verantwortung übernommen.

Und jetzt hat er sein Leben verloren. Noch vor seinem Ruhestand. Im Vorruhestand hat er die ewige Ruhe gesucht und gefunden. So viele Dahingegangene an einem Tag. Dicke Bücher wurden nicht über ihre Biografie geschrieben. Biografien, die schnell vergessen gehen. Nobodies haben kein Anrecht auf ein Leben nach dem Tod.

Ebenfalls vor wenigen Tagen erschien in der Presse ein Bericht über neuste Erkenntnisse, was sich im Gehirn eines Sterbenden ereignet. Eine Welle schwappt über den ihn, Erinnerungen, wichtige Augenblicke, eine schnelle Abfolge von Ereignissen, und dann: nichts mehr.

Auf leisen Sohlen kommt der Tod … .

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