… voller Löwenzahn und in strahlender Sonne duellierten sich ein brauner und ein weisser Jugendlicher im Kickboxen. Der braune Knabe war blau angezogen und der weisse schwarz. Der Blauangezogene war grösser und schlanker als der schwarz Gekleidete. Überdies war er von einer bestechenden Eleganz, geschmeidig und unglaublich flink. Der weisse Jugendliche war langsamer, jedoch reaktionsschnell in den Beinangriffen.
Das Duell war freundschaftlich und von Aggressivität konnte keine Rede sein. Eigentlich trainierten sie eher zusammen als sich zu duellieren. Mit seinen längeren Armen parierte der braune Jugendliche die Angriffe des weissen, vermied es aber, den weissen am Kopf zu touchieren. In seiner Geducktheit schnellte er plötzlich vor und umtänzelte seinen Sparringpartner. Dieser wich aus, sein erhobenes Bein traf ins Leere.
Braun und weiss. Blau und schwarz. Auf der grünen Wiese sassen zwei Erwachsene – Vater und Mutter möglichweise – und schauten den Jugendlichen zu. Noch vor einigen Monaten wäre ich zu ihnen gegangen, hätte sie um ein kleines Interview gebeten und sie fotografiert. Aber nun, da es mir nicht mehr vergönnt ist, Artikel über spontane Begebenheiten zu schreiben, Begebenheiten, die einen nur überraschen, wenn man viel und oft unterwegs ist, ging ich wie ein geprügelter Hund meines Weges und war traurig, dass ich einem braunen Jugendlichen nicht eine Fotografie in der Zeitung in Aussicht stellen konnte mit der Hoffnung, einmal ein umjubelter Kickboxer zu werden.