6. Juli 2020 Doris Schöni 0Comment

Im Grunde genommen wäre diese Folge erfreulich, denn Velos sind umweltfreundlich, das Radeln ein Gesundbrunnen und völlig imTrend. Die Wirklichkeit jedoch ist ganz anders. Die Radfahrergemeinde birgt eine grosse Zahl von Fanatikern und rücksichtslosen Rüpeln, die achtlos mit der Natur und ihren Mitbürgern umgehen.

Beispiel Belpberg: Eine steile Strasse führt zum Restaurant Chutzen. Daneben gibt es enge Waldwege, versehen mit Stock und Stein, also Wurzeln und kleinen Felsbrocken. Ein anderer Weg geleitet die Wanderer über Wiesen, Felder und eine Bergkuppe zum Restaurant. Beide Wege sind wegen des aufsteigenden Geländes recht anspruchsvoll, doch die Stille und Besinnlichkeit kompensieren den schweisstreibenden Aufstieg.

Das Kultvehikel Velo verstört jedoch die Wanderer. Dieses Vehikel nennt sich Mountain Bike und wehe, der es erfunden hat. Meist wird es gefahren von Männern und zum grössten Teil von Männern zwischen 40 und 70. Versehen mit popigen Helmen, Brillen und Velokleidern mit allerlei Reklamen rasen sie über Wald- und Wiesenwege, und zwar ungeachtet der Menschen, Hunde und Kinder. Sie kühlen ihr Mütchen mit waghalsigen Fahrten zwischen Bäumen, über spitzige Steine und auf glitschigen Trampelpfaden. Ihr Gesichtsausdruck ist meist verkrampft, verbissen und von Ehrgeiz verzerrt. Es scheint, als ob ihr „Steckenpferd“ reichlich Mühe und Kraft benötigt und alles andere als entspannend empfunden wird. Da sie nie lächeln oder singen und pfeifen, sondern lediglich krampfen, krampfen, krampfen hat man den Eindruck, dass sie auf Biegen und Brechen sich und den andern ihre Stärke und Leistungsfähigkeit beweisen müssen. Treffen sie auf ihren Abfahrten auf Menschen, rufen sie „Achtung“ oder „Hallo“ und erwarten, dass die Fussgänger ihnen aus dem Weg gehen. Bleibt der Mensch jedoch stehen, schreien sie „geh weg“ (unter Radlern duzt man sich offensichtlich) und bleibt man noch immer stehen werden sie unangenehm und murmelt man „Velomania“ fragen sie unverfrohren „hä?“ und drängen sich durch.

Alle Biker, welcher Art auch immer, haben Obwasser und glauben, sie seien die alleinigen Umweltschützer. Sie sind im Trend, repräsentieren den Mainstream und verfügen über eine tatkräftige Lobby. Sie sind die Gehätschelten der grünen Politik und die Gesetzeshüter drücken beide Augen zu, wenn die Zweiradler die Verkehrsregeln missachten. Sie wissen genau, dass bei einem Zusammenstoss zwischen Auto- und Velofahrer die Auomobilisten apriori die Schuldigen sind. Sie sind schuldig, da sie den sogenannt schwächsten Verkehrsteilnehmern Schaden zufügen – selbst, wenn es umgekehrt ist.

Unter den Neuradlern sind Frauen älteren Datums die gefährlichsten. Unbeholfen und unbedarft begeben sie sich auf Wege mit Spitzkehren, wovor sie aber zurückschrecken und ihrem Angetrauten, der sie überwunden hat, zurufen „Ich habe Angst, hilf mir doch endlich“, der Angetraute sich jedoch keinen Deut um sie kümmert. Schlimm ist auch der Familienverband auf dem stark begangenen Aareweg. Als Oberhaupt der Familie führt der Vater den Verband an, nach ihm strampeln zwei oder drei Kinder und als menschlicher Besenwagen grenzt die Mutter die Sippe ab. Wehe, ein Vierbeiner unterbricht den Familienverband in seinem Elan. „Nimm den Köter an die Leine“, schreit die entnervt wirkende Mutter, nicht wissend, dass auf dieser Strecke kein Leinenzwang besteht. Dass die Kinder dieser „heiligen“ Familie solche Pöbeleien ihrer Erzieher verinnerlichen, versteht sich von selbst. Eltern als negative Vorbilder.

Das Velo, das Rad, das Bike – ein unheilvolles Fortbewegungsgerät … .

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert