Beim Versuch, mich beim Swisscom-Shop in Münsingen über einen sehr unangenehmen Telefon-Verkäufer zu beschweren, bin ich unsanft in der heutigen Geschäftswelt gelandet. Nicht nur gibt es keine Kategorie, in der ich mich verständlich (auf Deutsch, Französisch oder Englisch) machen könnte. Ohne eine Firma (ja Firma, nicht etwa Universität, Bibliothek, Schule, etc.) gibtr es mich nicht. Ich, eine Firma. Und meine Funktion in dieser angeblichen Firma ist sehr entcheidenden. Ohne in der Geschäftsleitung zu sitzen, werde ich überhaupt nicht wahrgenommen. Und alle diese malochenden Würstchen ohne Zugehörigkeit zur Geschäftsleitung, was ist mit denen? „Oh my God“, würde eine Frau von heute…
wird mich auf ewig an das Frühjahr 2024 erinnern. Frühjahr der Krankheit, Frühjahr des Scheiterns, Frühjahr meiner ersten Resignation. Bis dahin war mir die Erkenntnmis alt zu sein, nie in den Sinn gekommen. Ich fühlte mich jugendlich, deshalb traute ich mir viel zu vieles zu. Dann holte mich die Wirklichkeit ein. Ich war bei beinahe tausend Blogs angelangt, mit einer mässigen Zahl von sogenannten Followern. Jene, die ich gerne unter ihnen ausgemacht hätte, waren nicht dabei und für mich selbstverständlich nicht darauf hingewiesen worden. Mit Blogs hausieren gehen? Wer darauf erpicht sein sollte, findet die entsprechende Adresse. Offenbar ist das …
Scarlattis Klaviersonaten gehörten dazu, bedingten sie. Sie sind schwer zu trennen, diese Tage – des Zorns und der Trauer. In wenigen Stunden mehr erlebt und erlitten als je zuvor. Für einmal, für das erste Mal überhaupt, nicht nur eine Schlacht, sondern einen ganzen Krieg verloren. Noch grossmundig vor ganz kurzem erklärt, ich verliere nur Schlachten. Den schlimmsten Krieg verliert man gegen sich selbst. Der Mensch wähnt sich unverwüstlich zu sein. Er überzeugt sich täglich davon. Er beschwatzt sich. Er blufft. Er betrügt sich. Er verpfändet sich. Und ist nicht imstande, sich zurück zu kaufen. Der Mensch verschuldet sich gegen sich…
„Fussball ist meine Welt“ ist ein Fussballfan überzeugt und spricht diesen Satz wie ein Glaubensbekenntnis aus. Fussball: Zweimal 12 respektiv 24 Beine, die einem Ball nachrennen. Ein Spiel. Ein Sport. Mitunter ein Krieg. Der Biererenst, den der Fussball verströmt, ist zum Lachen. Ganze Nationen beben. Dieser sogenannte Sport generiert Milliarden. Dollars. Wie kann man auch nur einen Rappen für dieses langweilige Spiel auslegen Jeder einigermassen angepasste Jugendliche knallt Bälle gegen eine Garagentür. Die Fussballer sind Heldern, Nationalhelden, verdienen sich mit etwas Ball herumschieben dumm und dämlich. Je blöder, umso besser sind sie. Es ist nicht an ihnen, Strategien auszuknobeln, dafür…
Bis dahin kannte ich das Wort Rhythmus vor allem aus der Musik. Jetzt benütze ich es nur noch in der Medizin. Der Rhythmus vom Essen und Erbreche steht mir nun am nächsten. Seit Wochen hatte ich die Gelegenheit, mich an ihn zu gewöhnen und nun ist er mir Überdruss geworden. Keiner, der eine solche Krankheit je erlebt hat, kann sich das wirklich vorstellen. Eine Triologie: Hunger, Essen, Übergeben oder eher: Kohldampf, Fressen, Kotzen und wieder Hunger, Essen, Übergeben wieder und wieder bis zur Bewusstlosigkeit. Vor zehn, nein vor zwei Jahren hätte ich viel gegeben, solch ein Syndrom zu haben. Abnehmen,…
Er lebt noch immer, der Kuhhirte aus Ekuador. Er hat eine wundersame Entwicklung durchgemacht und ist an ihr gescheitert. Ein modernes Schicksal, hätte es sich in der alten Welt abgespielt. Also: Es war einmal ein Kuhhirte in den Bergen von Ekuador. Er schlurfte mit hängendem Oberkörper zwischen Kuhstall und Weide. Er sass zu unterst am Tisch mit den anderen Zöglingen und manch einer stahl ihm das Brot aus dem Teller. Er hatte eine Sprache, die niemand verstand, es war die Bilderesprache. Der Leiter der Stiftung beobachtete, wie Juan, so heisst der Kuhhirte, mit einem Stöckchen abstrakte Figuren in den Sand…