Das neuste Handy, der neuste Laptop, der neuste TV-Apparat: Was die Krücken des modernen Menschen betrifft, so ist ihm lediglich das neueste, beste, ausgeklügelste Objekt wichtig. Die Sprache hat weniger Gewicht. Dort braucht der heutige Mensch vornehmlich das Korrekturprogramm. Wie man ja weiss, reagiert er bei seltenen Wörtern mit einer Fehler-Meldung. Das Korrekturprogramm unterstützt also die simple Sprache. Es geht nicht nur um die Anglizismen. Es geht um die Kommunikation im Allgemeinen. Heute benützt „man“ Abkürzungen, verkürzt Worte, Gesten ersetzen Wörter. Man lebt im Zeitalter einer Nicht-Sprache. Mundart ist Kult, dagegen wäre nichts auszusetzen, würden Mundart-Regeln – ja, die gibt…
Sprachlich kolonialisiert Englisch bald die ganze Welt. Die Fechtsprache ist offiziell Französisch. Nachdem ein russischer Oligarch und nun ein Grieche den Internationalen Fechtverband leitete und leitet. wurde diese Regelung stillschweigend abgeschafft. Der Name eines der wichtigsten Degenturniere wurde englisch. Der Kommunikator von Halbfinal und Final sprach Englisch. Der Präsident dieser Degenveranstaltung beklagt sich über den Internationalen Fechtverband (International Fencing Federation, vorher: Fédération Internationale d’Escrime), der die Kommunikationssprache geändert hat. Es ist ja ein Trend, auch in den Schulen, die französische Sprache als schwierig zu bezeichnen, Englisch wird als einfacher schöngeredet. Dass ein reiches und korrektes Englisch ebenso schwierig ist, scheint…
Andere Menschen schreiben, was jede und jeder selber geschrieben hätte, es aber nicht geschrieben hat. Zum Beispiel Hilary Mantel (1952-2021): „Das frühere Leben scheint irgendwie zu existieren, doch man findet nicht zu ihm zurück“ Diese Aussage wird kommentiert im Interview mit Daniel Schreiber, in: Magazin 11.11.23: „Dieser Satz kennzeichnet einen grundlegenden Aspekt von Trauer. Die Welt, die man kannte, gibt es nicht mehr. Der Weg zu ihr scheint verbaut. Trauern heisst immer, sich eine Realität einzugestehen, die man nicht akzeptieren möchte“. Es gibt Lebensphasen, die einen jubeln lässt angesichts all dieser Freiheiten. Diese Erfahrungen werden jedoch zwangsläufig getrübt, man beobachtet,…
bedeutet: Da ist kein Weg mehr iGruppe von Verschwörernicht. Das Ende ist tot. Verschlossen. Verriegelt selbst. Für das tote Ende gibt keine Steigerung mehr. Auch keinen Halt. Das tote Ende ist ein Definitivum. Eines Tages werde auch ich vor dem toten Ende stehen, also keinen Ausweg mehr sehen. Sie sind zu bewundern, die ewig Positiven, ständigen Schönredner, die Unerschrockenen, die Euphemisten. Für sie gibt es kein totes Ende. Totes Ende ist für sie Resignation oder schlimmer: Nihilismus. Was geschieht mit einem Menschen, der vor dem toten Ende steht? Wird er schnell gläubig oder bekennt er sich zu einer Verschwörergruppe? Oder…
Schon eine Weile warnte ich vor der Zunahme des Antisemitismus. Manch einer fand, ich würde masslos übertreiben. Nun bewahrheitet sich, dass meine Warnung, bzw. Sorge, berechtigt war. Der Antisemitismus ist wieder salonfähig. Während fast 80 Jahren war er als Reaktion auf die Nazizeit verpönt, verpönt, nicht überwunden. Er ist nicht aus der Welt zu schaffen. Er wird von Generation zu Generation gedankenlos übernommen. Vorurteile, Neid, aber vor allem Unwissen hält ihn seit Jahrtausenden am Leben, immer dieselben Argumente werden wiederholt, trotz zahlenmässiger Unerheblichkeit, werden die Juden als Weltverschwörer bezeichnet. Tatsache ist, dass der Antisemitismus gar nie verschwunden war, der Mainstream…
Wenn die grosse Liebe im gegenseitigen Hass mündet. Es liegt in der Natur der Liebe, schwächer zu werden. Aber in Hass umschlagen? Liebe hat -hätte – das Potential sich zu entwickeln. Die gegenseitige Faszination ist irgend einmal aufgebraucht. Zu diesem Zeitpunkt müsste ein anderes Gefühl entstehen. Freundschaft. Komplizenschaft. Gemeinsame Interessen. Eine Aufgabe. Ein Ziel. Ist der Hass auf den anderen nicht einfach Eigenhass? Man hasst sich, derart geliebt zu haben. Zu viel Zeit und Geld investiert zu haben. Viele andere Möglichkeiten vernachlässigt zu haben. Von den glänzenden Seiten des oder der Geliebten geblendet worden zu sein. Äusserlichkeiten überbewertet zu haben….
Altersgelassenheit? Die stellt sich bei mir nicht ein. Mein angstvoller Noch-Hausarzt würde in seinem Demenzwahn wohl behaupten, es sei ein Zeichen von Demenz sich über so vieles aufzuregen. Ruhe in meinem Innern (?) verschafft mir lediglich die Musik von Antonio Vivaldi, sie ist harmonisch und friedlich, sie versöhnt. Warum zum Beispiel rege ich mich schändlich auf über eine Homepage, die Personalpronomen benützt und im Stil einer Pfadizeitung daher kommt. Warum sind Laien nicht fähig, sachliche Mitteilungen zu schreiben? Was treibt sie zur Anbiederung mit einfach denkenden Menschen? Anstatt mich zu distanzieren und zu erklären, für solche Elaborate verscherble ich meinen…