Immer wieder schaue ich TV-Dokumentationen über die Hitlerzeit und den Holocaust. Selbst wenn ich sie bereits gesehen habe. Und immer Vivaldi. Die romantisierte Geschichte um Oskar Schindlers Liste treibt mir die Tränen in die Augen. Man sagt mir dezidiert: „Hör doch auf mit diesem alten Kaffee. Das ist doch sooo lange her“ (was sind schon lumpige, beinahe 80 Jahre im Vergleich mit der milliardenalten Erde?) . Ist Vivaldi eine Sucht? Sind es die TV-Sendungen über die Hitlerzeit und den Holocaust? Warum stimmen die Auffassungen meines israelischen Cousins mit den meinen überein ? Stammen wir nicht einfach aus derselben Generation und…
Private Sicherheitsfirmen blühen. Es gibt immer mehr Männer, die für Geld in den Krieg ziehen. Diese freiwilligen Krieger nehmen bei ihren Operation seelischen Schaden, kämpfen sie doch nicht aus Überzeujgung und Patriotismus. Bis ins 19. Jahrhundert verdienten viele Schweizer Männer ihr Brot als Krieger in fremden Diensten. Diese Soldaten nannte man Söldner oder Reisläufer. Erst der junge Bundesstaat gebot dem Söldnerwesen Einhalt. Schweizer dienten aber weiterhin im Ausland – etwa in der Schweizergarde des Papstes, in der französischen Fremdenlegion oder als Spanienkämpfer. Das Söldnerwesen erlebte seine Blütezeit zwischen dem 15. und dem 18. Jahrhundert. Die Französische Revolution beschleunigte den Niedergang…
Als Werbung wird die Verbreitung von Informationen in der Öffentlichkeit oder an ausgesuchte Zielgruppen durch meist gewinnorientierte Unternehmen verstanden, mit dem Zweck, Produkte und Dienstleistungen bekannt zu machen oder das Image von Unternehmen, Produkten und Dienstleistungen zu pflegen oder aufzubauen. (Wikipedia) Hat Sie je eine TV-Reklame zum Kauf eines angepriesenen Produkts animiert? Die Werber scheinen daran zu glauben. Die Auswahl der Waren wird je nach Uhrzeit angeboten. Verschönerungsartikel und Getränke werden von 20-22 Uhr, die dummen Spiele, welche die Gewinner jubeln lassen zwischen 22-24, Schlüpftiges wird nach 24 Uhr platziert. Natürlich weder auf Arte, noch auf Zdfinfo, vielleicht auch auf…
Beim Warten auf „Swiss Dinner“ auf TeleBern sehe ich mir wohl oder übel die Sendung „mis Dihei“ an. Sie zeigt Menschen, die ihre Behausung für die Zuschauer öffnen. Ich wundere mich jedes Mal, wie aufgeräumt und sauber diese Häuser oder Wohungen sind. Keine Bücherstösse, alten Zeitungen, keine Esswaren, Kleider, vollen Aschenbecher, am Boden liegende Papiere, vor allem aber in den meisten Fällen auch keine Bilder an den Wänden, abgesehen von Familien“föteli“. Es ist erstaunlich, wie kunstkarg viele Schweizer ihr Leben verbringen. Dabei wäre bildende Kunst nicht teuer zu erwerben. Warum ist das Fach Kunstgeschichte eigentlich nicht in allen Schulen obligatorisch?…
… eine Frau, nicht mehr jung, dem Tod näher als der Geburt, aber um diese ging es ihr. Wie besessen verfolgte sie jede Sendung, jede Dokumentation über den Zweiten Weltkrieg, um sich Klarheit zu verschaffen. Klarheit, die ihr für immer verborgen bleiben wird. Die Zeitzeugen fehlen. Jene, die es vielleicht noch gibt, stehen in keinem Zusammenhang mit ihr. Es geht um ihre Geburt, die sich einen Monat zu früh ereignete. War es die Angst ihrer Mutter, dass sie zu früh ausgestossen wurde? Sie kam einige Tage nach Hitlers Eroberung von Paris, dem Geburtsort ihrer Mutter, auf diese Welt. In welcher…
Mein Freund M‘ ist psychisch sehr beschädigt. Von Zeit zu Zeit taucht er unter, weil ihn die Leiden seiner Kindheit und Jugendzeit überrumpeln. M‘ war seinem brutalen Vater ausgeliefert. Er bekam täglich Prügel. Er wurde zusammen geschlagen. Grün und blau gedroschen. Aus familiären Umständen war sein Vater Analphabet. M’s Bücher schmiss er ins Feuer. Als M‘ ihm als Jugendlicher eröffnete, er wolle die Schauspielschule besuchen, bearbeitete ihn sein Vater mit den Fäusten dreimal, so als wollte er einen solchen hirnverbrannten Wunsch exorzieren. M’s Mutter schützte ihn nicht vor dem Vater, ganz im Gegenteil schwärzte sie ihn beim Vater an. Von…
Ergattere ich nicht bald eine Tätigkeit – abgesehen von meiner Sozialarbeit bei Terra Vecchia ¨über die Berset-Stiftung – werde ich den Forderungen des Mainstreams, wie man sich im Alter zu verhalten hat, gerecht: zufrieden, demütig, bescheiden, angepasst, dankbar. Und blöd. Der Mainstream duldet keine alten Schreiberlinge. Konkurrenz steht uns schlecht an. Die Jungen sind jetzt im Spiel. Ihre Themen sind wichtig. Die ganze Welt huldigt ihnen. Allen voran die Lehrer. Sie passen sich ihnen – aus Angst vor Liebesverlust – an. Zu wenig Geschichtsunterricht. Klassische Musik wurde abgeschaft. Französisch verpönt. Soziale Medien sind wichtiger als fehlerloses Deutsch. Vorliebe für Dialekt….
Mit einem alten Freund wird, neben vielem anderem, über die heutige Handymanie gesprochen. Er hat ein altes Handy, das er nur zum Telefonieren braucht, ich besitze ein Smartphone, das ich zum Telefonieren, für SMS und den Wecker benütze. Beide sind wir alt, alter Schule, von der klassischen Bildung überzeugt, informatisch kommen wir zurecht, ohne davon etwas zu verstehen. In der Stadt, an der Aare, im Tram, in der Eisenbahn, immer, starren junge wie auch ältere Menschen auf den Schirm ihres Handys. Auf dem Handy lesen die Leute eine Zeitung, mit ihm erledigen sie Bankgeschäfte, bezahlen Rechnungen, vor allem aber chatten…
Das Kollektiv „Das Wandbild muss weg“ blamiert sich mit seiner geschichtlichen Ignoranz. Ein „Anonymes Kollektiv“ – anonym gleich feige – übermalte im Jahr 2020 „drei problematische Darstellungen“ im Wandalphabet der Schule Wylergut. Das Wandbild wurde 1949 erschaffen. Seit den 2020er Jahren werden die Buchstaben C, I und N – stereotypisch dargestellte Menschen aus Asien, Afrika und Amerika – als rassistisch eingestuft. Die Weltanschauung von 1949 kann nicht mit der heutigen verglichen werden. Warum lassen sich die Kommission für Kunst im öffentlichen Raum, der Denkmalschutz und das Bernische Historische Museum von der Hysterie der selbsternannten Antirassisten beeinflussen? Heute scheinen alle Mittel…
Der Lehrplan 21 umschreibt den Bildungsauftrag der Volksschule, der gegenüberallen Schülerinnen und Schülern einzulösen ist. Er leitet sich ab aus dem gesetzlichenAuftrag, die Volksschule so zu gestalten, dass alle Kinder und Jugendlichen eineadäquate Bildung erhalten. Dabei soll das Bildungsangebot gemäss gesetzlichenGrundlagen möglichst integrativ respektive inklusiv ausgerichtet sein, was bedeutet, dass Schülerinnen und Schüler mit komplexen Behinderungen eingeschlossen sind. Der Lehrplan 21 wurde von ausgewiesenen Fachleuten ausgearbeitet, wobei die Idee der Integration und Inklusion bestrickend, aber nicht realistisch ist. Vorbld von Lehrplan 21 ist die sogenannte „Ausilioteca“ von Bologna (Dissertation von 1998), welche die Integration von Behinderten in die Volksschule realisierte….