Die TV-Reklamen auf srf 1 sind alle unattraktiv. Entweder wird man zum „Profitieere“ oder zu Rabatten angeregt. Wir leben in einer grausam materialistischen Zeit. Viele Menschen möchten wenig arbeiten und viel verdienen. Viele träumen – in Deutschland ohne Schulabschluss und Ausbildung – von Traumberufen (sic!) wie Influenzer, Popsänger oder Model, landen dann aber als Arbeiter in einem Lager. Schnäppchen sind heiss begehrt. Bruch-Banker scheinen ausgedient zu haben, aber werden sich bestimmt wieder mit neuen Tricks zurück melden. Alle wollen profitieren und Rabatte ergattern. Online-Glücksspiele versprechen Gewinne, entsprechende Casinos spriessen wie Frühlingsblumen und gewähren Einstiegsvergünstigungen. Diese ja nicht veirpassen, man will…
Wie schwachköpfig muss jemand sein, der mir, einer 82-jährigen Frau, eine Anzeige des „Amtes für Kriminialpolizei“ wegen Pädophilie sendet! Auf der Homepage des richtigen Amtes für Polizei wird vor solchen betrügerischen Mails gewarnt. Wiederum gehe es darum, jene, die sich beeindrucken lassen und den Betrug nicht bemerken, auszuplündern. Die oder der Betrüger faked selbst den unterzeichnenden „Offizier“, sie oder er sind oder ist zu ignorant, um Recherchen anzustellen, damit verhindert wird, dass man eine alte Frau, die als Kulturschaffende arm wie eine Kirchenmaus ist und ausser Schulden nichts besitzt, der Pädophilie bezichtigt . Obwohl das Amt für Polizei schreibt, man…
Mein Cousin aus Haifa benachrichtigte mich über den Tod einer unserer Cousinen, deren Mutter ich sehr gut kannte und schätzte. Er brauchte die beiden Begriffe „Beerdigung“ und „Erinnerungs-Zeremonie“. Ich weiss nun nicht, ob die beiden Ereignisse gesondert voneinander stattfinden. Der Ausdruck „Erinnerungs-Zeremonie“ gefällt mir ausnehmend gut und ich nehme ihn in mein Vokabular auf. Erinnerung ist das Einzige, die vom Menschen übrig bleibt. Hat man Kinder und Enkel, so währen diese Erinnerungen viel länger als bei jemandem ohne Anhang. Meine beste Freundin nannte es „se créer des souvenirs“ und meinte damit die Erinnerungen, die ihre Töchter, Enkelinnen und Urenkelinnen von…
Männer sind beschränkte Wesen. Seit dem Ursprung der Menschen fällt bei Kriegen der „Krone der Schöpfung“ nichts anderes ein, als Frauen der Gegner zu vergewaltigen. Ihre Motivation ist seit Tausenden von Jahren dieselbe: Erstens, Demütigung, Zweitens, bei einer allfälligen Schwangerschaft trüge das Kind die Herkunft des Vergewaltigers. So ein Schwachsinn, der beweist, dass Vergewaltiger Schwachköpfe sind. Frauen sind nicht besser. Aber sie sind körperlich nicht in der Lage, zu vergewaltigen. Aus diesem Grund sind sie vielleicht auch weniger imstande, Verbrechen zu begehen. Männer überschätzen meistens ihre männliche Potenz. Häusliche Gewalt wird vornehmlich von Männern ausgeübt. Sie verursacht neben dem Leid…
Es gäbe Superstellen, die mir entsprächen. Ich kann mich aber nicht dafür bewerben – zu alt. Wäre ich dabei überfordert? Von meiner Behendigkeit habe ich wohl etwas eingebüsst. Aber noch immer bin ich imstande, Nächte durchzuarbeiten, um Abgabefristen einzuhalten. An Ideen fehlt es mir nicht, sie sprudeln wie eh und je. Im Sommer des letzten Jahres wurde ich für einen Job, der sich als Traumjob erwies, ausgesucht. Meine Arbeiten gefielen, mein Umgang mit den Vorgesetzten war hervorragend, ich wurde geschätzt und gelobt. Doch dann muss ein Zwist in der obersten Etage ausgebrochen sein. Der Chef, der mich ausgesucht hatte, wurde…
Eine Sendung des Deutschschweizer Fernsehsenders. In der Schweiz grassiert noch immer der Rassismus, vornehmlich gegen Menschen mit etwas dunklerer Hautfarbe. Als Schweizer bratet man an der Sonne, um braun zu werden. Schweizer Touristen in den Ferien in südlichen Ländern lassen sich bereits am ersten Tag krebsrot versengen. Es ist ein Zeichen von Gesundheit und Jugend, sich gebräunt zu zeigen. Im Winter mit braunem Kopf Tram zu fahren erweckt Neid. Stammt die braune Hautfarbe jedoch nicht von der Sonne, präziser: Von Tausenden, wenn nicht Millionen von Jahren, wird sie als störend empfunden. Sagte einer in der Sendung: „Schwarze sind faul, Drogendealer…
Nach einem Herzstillstand war er dank einer intensiven Behandlung im Spital als geheilt entlassen worden. Einige Tage später starb er an einer Lungenembolie. Er wurde knapp siebzig Jahre alt. Zuvor hatte sich eine hässliche Trennung ereignet, bei der um jede Kaffeebohne gekämpft wurde. Vater hatte Mutter gedemütigt, da er sich eine Geliebte zulegte. Und was für eine. Eine, die Mutter in ihrer Spiessigkeit noch übertraf. Noch angepasster, konventioneller, autoritätsgläubiger. Mein Vater hatte sie mir aufgezwungen. Ich hasste sie abgrundtief. Sprach sie von ihm, nannte sie ihn „Ihr Herr Papa“. Zudem war sie hässlich, bünzlihaft gekleidet und dumm wie Stroh. Ich…
Ich Baum, Gattung unbestimmt, Alter ungewiss, gross, Efeu umrankt, allein auf weiter Flur, einsam und ungebunden Es gab auch glücklich(er)e Tage. Als Hunde hier lebten, von denen die Männchen oder Rüden mich jeden Tag mehrmals aufsuchten. Plötzlich blieben die Haushunde fern und lediglich Besuchshunde betraten das Haus. Oft lag die Villa unter mir unbewohnt, der Mann und die Frau, die in diesem Haus lebten, flogen aus, flogen weit, flogen vor sich davon. In den Stunden zuvor wurde ich durch laute Stimmen und Türenzuschlagen aus meinem Schlummer gerissen. Damit wusste ich, dass die nächsten Wochen einsam werden würden. Von meinen Wipfeln…
Meine greise Grossmutter pflegte zu sagen: „Ich fühle mich wie ein Fels in der Brandung“. Sie meinte damit, dass sie als Einzige übrig bleibe inmitten der vielen Toten in ihrem Umfeld. Noch habe ich ihr hohes Alter nicht erreicht. Trotzdem verdunkeln die vielen Tode mein Gemüt und drücken mich nieder. Und allen Abscheu verdrängend denke ich an Magda Goebbels, die alle ihre sechs Kinder umbrachte, weil sie „zu schade“ für die Zeit nach dem Nationalsozialismus gewesen wären. Vielleicht denkt das jeder alte Mensch: „Die Zeit nach meiner Zeit wird schrecklich sein“. Um sich selber aufzuwerten. Ich denke oder mutmasse ebenso…
Dieser Titel eines Theaterstückes von William Shakespeare, das vermutlich zwischen 1601 und 1603 entstanden ist, könnte für die folgende Geschichte treffender nicht sein. Es geht um eine Katze, besser: einen Kater. Seit etwa einer Woche habe ich ihn bei mir aufgenommen; völlig abgemagert schlich oder rannte er ums Haus, kratzte an der Verandatür mit solch einer Inbrunst, dass ich es nicht übers Herz brachte, die Katze, den Kater abzuweisen. Da er riesigen Hunger hatte, besorgte ich Katzenfutter und stellte auch ein Wassergefäss für ihn auf den Boden. Er war erschreckend mager, und sein Schwanz zuckte eigentümlich. Er verlangte mehrmals im…