Die Schimpansin Lisou besucht ihre Busenfreundin Marlène in ihrem Haus am Fluss. „Komm“, ruft sie, „gehen wir shoppen. Überall werden Rabatte gewährt“. Marlène hüpft von einem Bein aufs andere, schlägt einige Überschläge, denn sie freut sich sehr, shoppen z,u gehen. „Denn,“ so lacht sie, „ich brauche dringend eine Tasche Louis Vuitton“. Die beiden Freundinnen hüpfen los. Sie sind bester Laune und stupfen die Vorübergehenden am Schwanz oder an den Ohren, überdreht und unternehmungslustig wie sie sind. Lisou packt einen Hund am Schwanz, dieser dreht sich wütend um und knurrt bedrohlich. „Der ist toxisch“, bemerkt sie und verabreicht dem Hund einen…
Schweizerinnen und Schweizer, die der Sprache gegenüber achtlos sind, übernehmen gedankenlos Ausdrücke aus Deutschland. Man denke nur an „Tschüss“. Auch der Spruch „keinen Bock haben auf …“ wird immer beliebter. Woher stammt „Bock haben“? Die Redensart Bock haben leitet sich ursprünglich vom Wort bokh ab und bedeutet Hunger. Abwandlungen des Wortes gibt es in vielen weiteren Sprachen wie beispielsweise Griechisch („bok“), Polnisch („bokh“), Russisch („bokhá“). Oft werden diese Wörter jedoch heutzutage nicht mehr oder nur sehr wenig im Alltag genutzt. Die Bedeutung bleibt jedoch in allen Sprachen ähnlich und lässt sich meistens mit Hunger oder hungrig sein übersetzen. Im Laufe…
Lerche und Eule: Sie treffen an wenigen Tagen im Sommer zur blauen Stunde aufeinander, also in der Zeit kurz vor Sonnenaufgang bzw. kurz nach Sonnenuntergang. Die Lerche ist das Symbol des Tagesbeginns, Eulen sind in der christlichen Symbolik das Zeichen für die Mächte der Finsternis. Man könnte auch von Tag und Nacht sprechern. Wir verbringen unser Leben im Rhythmus von Tag und Nacht: Morgens wird es hell, wir stehen auf. Tagsüber gehen wir zur Schule oder arbeiten, treffen uns mit Freunden, treiben Sport. Abends wird es dunkel, wir gehen ins Bett, und in der Nacht schlafen wir. Tag für Tag,…
Herr Wendehals und seine 14-jährige Tochter waren allein zu Hause und beschlossen, eine TV-Dokumentation über das Dritte Reich und den Holocaust anzusehen. „Ob sie nicht etwas jung für eine solche Geschichte ist“? fragte sich der Vater insgeheim. Sie hatte bisher jedenfalls nicht erzählt, im Geschichtsunterricht davon gehört zu haben. Während der dreistündigen Sendung hatte sie kein Wort gesprochen. Einige Male war er in sein Büro gegangen, um eine Zigarette zu rauchen. Und jedesmal, wenn er zurückkam, hatte sie sich wie eine Katze tiefer im Fautueil Louis XIII zusammengerollt. „Zeit, zu Bett zu gehen“, erklärte der Vater nach der Dokumentation, die…
Sie erzählt mir von ihren Träumen, träumt am Tag und in der Nacht. In diesem Traum, von dem sie immer besessener wurde, war sie ein Papagei, der Papagei Coco. Mouche, der eigentlich Scaramouche hiess alias Müller, Müller Hans, hatte Coco von einer alten Tante geerbt. Aus sentimentalen Gründen konnte er das Erbe nicht ausschlagen, obwohl seine Ehegattin wegen dieses Erbes – „welch vergiftetes Erbe“, beklagte sie sich bitterlich, beinahe die Scheidung eingereicht hätte. Nachdem ihr Mouche aber hoch und heilig versprochen hatte, unter dem Käfig von Coco staubzusaugen, überlegte sie sich die Scheidung noch einmal, oder einmal mehr. Sie war…
Es begab sich, dass sich die Wölfe langweilten, da sie genug zu essen hatten. Das Rudel rief eine Basissitzung ein. „Hat jemand einen Vorschlag“? Die jüngste und frechste Wölfin rief: „Bieten wir der nächsten Schafherde unsere Freundschaft an“. Die grau gewordenen älteren Wölfe murrten.“Das ist gegen unsere Tradition und unsere Art“. Die Jungwölfe riefen: „Es wäre doch mega-cool, die Schäfer und Jäger zu verulken“. „Dann“, grollten sie Silberschnauzen, „werden sie uns doch abschiessen“. Die Jungmannschaft antwortete: „I wo, können sie doch nicht, wenn wir mitten unter den Schafen weiden“. Die Alten: „Weiden entspricht weder unseren Traditionen noch unserer Art“. Die…
Die Redewendung sagt dasselbe mit vielen verschiedenen Worten aus. Beispiele: Die Redensart geht auf ein seit dem Mittelalter bezeugtes Sprichwort zurück, mit dem man sein schlechtes Verhalten entschuldigt: Man muss mit den Wölfen heulen. Sprichwort und Redensart wurden in der bisherigen Überlieferung je nach Autor entweder positiv oder negativ gebraucht. Auch heute schwankt die Bedeutung zwischen den Polen einer sinnvollen Anpassung und einem negativen Opportunismus „Wir sollen wieder normal werden, d. h. mit den Wölfen heulen, nicht aus der Reihe tanzen, im Gleichschritt marschieren. Hauptsache wir funktionieren und machen eine gute Arbeit“ Sich aus Opportunismus und wider besseres Wissen dem…
Die grundsätzliche Frage ist: beabsichtigt der Mensch, künstliche Intelligenz als Hilfsmittel zu benützen oder seine Denkfähigkeit abzuschaffen? Die künstliche Intelligenz ist als Begriff für die heutige Zeit uralt, man pröbelete damit schon seit den 50iger Jahren des letzten Jahrhunderts. Das Ziel der Perfektionierung der künstlichen Intelligenz ist es, den Menschen intellektuell zu übertreffen, ihn sozusagen überflüssig zu machen. Noch ist es nicht in allen Gebieten so weit, aber … seitdem die Universität Zürich den neuen Text Generator Chatbot GPT (entwickelt von der Firma Open AI, einem Forschungsunternehmen zur künstlichen Intelligenz in San Francisco) entdeckt hat, prüft zum Beispiel die Universität…
Die psychiatrischen Praxen sind seit einiger Zeit völlig überlasted. Grund: immer mehr Mädchen von 10 bis 25 Jahren benötigen ihre Hilfe. Psychiaterinnen und Psychiater berichten, viele Mädchen und junge Frauen befänden sich unter Dauerstress, da sie den physischen Vorstellungen in den Social Medias nicht entsprächen. Mutter Natur verleiht ja nicht jeder Erdenbürgerin einen Mannequin – pardon: Modelbody. Lange Haare – offensichtlich ein Muss (must) – kann sich jede (mehr oder weniger) wachsen lassen, Nase, Mund und Brüste sind mittels Schönheitsoperationen zu verbessern, aber kurze Beine, eine Mitte ohne Mitte, breite Schultern, etc., sind jedoch unkorrigierbar. Trampels gibt es zuhauf und…
Wenn man aus lauter Dummheit die Sendung „First Dates – Znacht für Zwei“ – auf TV 3+ verfolgt, so ist man selber schuld. Ich sehe mir solche Sendungen eigentlich an, um mich aufzuregen, um genüsslich festzustellen, dass ich eine Fremde in der heutigen Welt bin. Die Sprache dieser Menschen, die ihre grosse Liebe zu finden hoffen, also von Alter 19 bis 67, schien mir sehr verarmt. „Mega-cool“ war der am häufigsten gebrauchte Ausdruck. Es gab Paare, die suchten verzweifelt nach Gesprächsstoff, bei anderen plätscherte es vergnügt. Breiter Zürcher- und Aargauerdialekt – von Natur aus hässlich – waren am Verbreitesten. Die…