31. Juli 2022 Doris Schöni

Eine schweizerische Band mit Rasta-Locken spielte in einem Restaurant in der Lorraine Reggae. Einige Zuhörer(innen) riefen „Rassismus“ und „kulturelle Aneignung“; der Beizer stoppte die Band. Diese Saure-Gurkenzeit-News schwappte durch Europa und ein heftige Kontroverse brach aus. Man stritt über den Begriff „kulturelle Aneignung“. Wikipedia definiert dieses Konstrukt folgendermassen: Mit dem Begriff Kulturelle Aneignung wird die Übernahme eines Bestandteils einer Kultur von Trägern einer anderen Kultur oder Identität bezeichnet. Die ethische Dimension kultureller Aneignung wird in der Regel nur dann thematisiert, wenn die angeeigneten Kulturelemente einer Minderheit angehören, die als sozial, politisch, wirtschaftlich oder militärisch benachteiligt gilt. Die Kultur werde somit in der Tradition historischer Unterdrückung ihrem…

30. Juli 2022 Doris Schöni

Schöner als Erich Fromm, kann ich es wohl nicht sagen…aber warum „wir für Geld arbeiten „statt“ nur für einen Sinn, das weiß ich auch nicht mehr so genau … früher erschien mir das aber auch als „normal“… Man sende doch dieses Zitat an die Steuerbehörde, vielleicht erlässt sie – gerührt – die Steuern jener, die immer arm bleiben … .

29. Juli 2022 Doris Schöni

vom elektriserenden Begriff „Nachhaltigkeit“. Jede Branche wirbt mit diesem Begriff. Er verspricht einen nachhaltigen Gewinn. Die Kleiderfirmen sind noch zur Zeit auf diesen Zug aufgesprungen. Die C&A schreibt: „Es ist vielleicht nicht unkompliziert, aber dennoch ganz einfach: Nachhaltigkeit ist universell, sie betrifft alles und jeden. Wir bei C&A glauben: Jede Entscheidung für Nachhaltigkeit – selbst die allerkleinste – ist super. Einfach grossartig! Deshalb bieten wir dir eine riesengrosse Auswahl nachhaltiger Mode. Sieht toll aus? Fühlt sich fantastisch an? Hat den gleichen Preis wie konventionelle Mode? Ja, ja und noch mal ja! Denn wir wollen, dass Nachhaltigkeit das Normalste auf der…

28. Juli 2022 Doris Schöni

das am Nachmittag Snacks anbietet? Zwischen Mittag- und Nachtessen vertilgen Restaurantbesucher Coupes und Glacen im Sommer, Vermicelles und Kuchen im Winter. Zwei Wochen vor Ostern bis und mit Ostermontag bieten die Restaurants gekochte Eier an anstatt, wie in Frankreich, das ganze Jahr über. Sozusagen jede Gaststätte verfügt über den obligaten Korb mit Chips, Salzstängelis und gesalzene Erdnüssen und natürlich auch über Nussgipfel. Auf die Idee, Snacks in ihr Angebot aufzunehmen, ist noch kein Gérant oder Besitzer gekommen. Was versteht man unter Snacks? Eine Kleinigkeit, die den Gaumen kitzelt, den Appetit fürs Nachtessen schärft und den „Gluscht“ befriedigt. Neben den gekochten…

27. Juli 2022 Doris Schöni

ich blind, scheinblind. Mein zerklüftetes Gesicht ist nicht mehr zu ertragen. Es ist nicht würdig, auch nicht edel. Es ist schlicht hässlich. Ich habe es, dieses Gesicht, nie vorbeugend gesalbt und mit teuren – ohnehin wirkungslosen – Cremen eingeschmiert. Weder Gurken aufgelegt noch Froschextrakte eingerieben über Nacht, Nacht- und Tagespflege ignorierte ich, aber eines, nur eines war ein MUSS für mich: braun musste es sein. Man warnte mich vor Konsequenzen – „die Haut vergisst nie“ – , die ich in den Wind schickte, und nun? Eigentlich trafen sie mich recht spät, die Haut „vergisst“ seine Gene nie. Im grunde genommen…

26. Juli 2022 Doris Schöni 1Comment

Tage um Tage, Wochen um Wochen, Monate um Monate. Wie viele Jahre noch? Montag: fremdbestimmter Spaziergang mit Schmerzen, nur um sich auf Tag X* vorzubereiten. Tag X? Stundenlanger Beizenstopp. Am Abend möglicherweise das Spiel „1 gegen 100“ (1 gegen 50), um mich künstlich aufzuregen, zu lauern, ob der Kandidat oder die „Wand“ den Begriff Plagiat oder eine französische Speise nicht kennen. Computer, Schach, Blog. Irgend einmal zu Bett. Dienstag: fremdbestimmter Spaziergang mit Schmerzen, nur um sich auf Tag X* vorzubereiten. Stundenlanger Beizenstopp. Nachtessen mit Lucien, vielleicht gesellen sich Olli und Michael dazu. Später am Abend Literaturclub – nur einmal jeden…

25. Juli 2022 Doris Schöni

Als billiger Jakob wird ein Händler, der Waren minderer Qualität meist auf Märkten zu Niedrigpreisen anbietet, bezeichnet. Der Name Jakob bezieht sich auf den heiligen Jacobus, dessen Gedenktag der 25. Juli – also heute –  ist. Um diesen Tag herum fanden vielerorts Jakobs- oder Jacobimärkte statt. Jakobus der Ältere (5 v. Chr.-44 n. Chr.) ist der Schutzpatron vieler Orte und Städte, aber auch von Spaniender Pilgerder Apotheker und Drogistender Hutmacher, Wachszieher und Kettenschmiededer Kriegerder Schröter (Die Aufgabe des Schröters war es, Bier oder Wein im Fass vom Keller zum Schiff oder Wagen und vom Wagen wieder in einen Keller zu „schroten“)der Arbeiterfür Äpfel und Feldfrüchtefür das Wetter Jakobus, der Bruder des Johannes, war…

23. Juli 2022 Doris Schöni

Alle Gäste mögen Diego. Er hebt sich von vielen Restaurantsbesitzern in Bern und Umgebung ab. Mit 6 Jahren aus Italien in die Schweiz gekommen, ist er ein richtiger Doppelbürger, er könnte Italiener als auch Schweizer sein. Allerdings verfügt die Italianità über einen kleinen Vorsprung, sei es in der Kleidung oder sei es in seinen eleganten Gesten. Diegos Berndeutsch ist lupenrein. Mit seinen 60 Jahren arbeitet er hart: von morgens 9 bis Beizenschluss, wobei ihn seine Frau, Francesca, über Mittag und am Abend, unterstützt. Mit ihren bald 60 Jahren sieht sie blendend aus, hat eine tolle Figur und ist immer sehr…

22. Juli 2022 Doris Schöni

Jetzt konnte ich ihn mir als Chef, als „Führer“ im Militär und Beruf vorstellen. Ernst, streng, ein wenig aufgebracht, aber gerecht. Ich bekam eine regelrechte Standpauke. Warum? Wegen eines eben veröffentlichen Blogs über Französisch-Defekte von Muriger Lehrkräften. Rapportiert von einem 12-jährigen französischen Mädchen. Und das, ohne mit der Französischlehrerin und der Schulleiterin gesprochen zu haben. So etwas hätte ich als Journalistin nie getan. Das stimmt. Nun bin ich eben vogelfrei und kann schreiben, was und worüber ich will. Und je älter ich werde, desto radikaler bin ich. Selbstverständlich verteidige ich mich. Bei diesem Blog ging es mir darum, meiner Sorge,…

21. Juli 2022 Doris Schöni

Es geht um eine Primarschule in Muri b. Bern. Und um die Französisch-Probleme in dieser Schule. Vier Kinder zwischen 3 und 12 Jahren wandern aus Frankreich nach Muri b.Bern aus oder, wenn man will, zurück. Ihre Mutter, eine zweisprachige (Deutsch-Französisch) Deutschschweizerin, wagt den Versuch, die drei schulpflichtigen Kinder, die bisher lediglich französische Schulen besuchten, in den Deutschschweizer Unterricht zu schicken. Das ältere Mädchen und ihre beiden jüngeren Brüder nehmen tapfer an den für sie in fremder Sprache abgehaltenen Lektionen teil, lernen relativ schnell. Der eine Knabe verweigert sich dem Dialekt, er will nur Hochdeutsch sprechen. Das Mädchen, in Frankreich besuchte…