Raphael Berthele und Isabelle Udry vom Institut für Mehrsprachigkeit der Universität Freiburg veröffentlichten ein Buch über die Fremdsprachenfähigkeit der Primarschüler in den Kantonen Freiburg und Zürich sowie auch über die Frage, ob Französisch überhaupt eine Chance gegen Englisch habe. Offensichtlich nicht, ist doch die Studie auf Englisch verfasst (Individual Differences in Early Instructet Language Learning …., 2021). Seltsam. Zur Erinnerung: Im Jahr 2006 wurde in der Schweiz die Harmonisierung der Ziele für den Fremdsprachenunterricht in der Verfassung verankert. Das geltende Modell 3/5 besagt, dass die Schulkinder in der 3. Klasse die erste und in der 5. Klasse die zweite Fremdspache…
Il faut savoir encore sourire Man sollte lächeln können, Quand le meilleur s’est retiré Wenn das Beste gegangen ist Et qu’il ne reste que le pire Und nur das Schlimmste bleibt Dans une vie bête à pleurer. In einem zum Weinen dummen Leben. (Charles Aznavour) Mit dem rechten Daumen malt sie eine Acht auf den linken Daumen. Seit dem entsetzlichen Verlust schreibt sie überall und auf alles eine unsichtbare Acht. Ein Schrei in der Nacht. Es nieselt. Der Ruf eines Namens. Und ein Gepolter an der Tür des Nachbarn. Sie zittert am ganzen Körper und flüstert: „Leila ist gestorben“. Wenn…
Erstmals wurde die Geschichte der Holzpuppe 1881 in der Kinderzeitschrift “Giornale per i bambini” veröffentlicht. Es gab jedoch eine Pinocchio-Geschichte fast tausend Jahre früher. Diesem Ur-Pinocchio wuchs beim Lügen nicht die Nase, sondern die Beine. Deshalb nannte man ihn den „Riesen Pincochio“. Pinocchio kam nach dem Spielen nach Hause. Er war erhitzt, glückselig. Grossspurig erzählte er seiner Mutter: „Heute im Wald habe ich Rübezahl getroffen“. Die Mutter schimpfte: „Du flunkerst wieder, Sohn. Rübezahl lebte einige hunder Jahre nach dir“.Mit einem Ruck verlängerten sich Pinocchios Beine um zehn Zentimeter. Am nächsten Tag fabulierte Pinocchio: „Mutter, mir lief Parzival über den Weg“….
Eine Dokumentationssendung auf ARTE erzählt, wie eine Schulklasse aus Israel in Polen auf Konzentrationslager und monströse Erschiessungsplätze reagierte. Es war im Jahr 1988 als eine israelische Schulklasse mit Zeitzeugen, Historikern, religiösen Begleitern und Lehrern von einem Horrorort zum nächsten pilgerte und welche Emotionen die Jugendlichen empfanden bei den Besuchen in Baracken von Konzentrationslagern, in Gaskammern, an Plätzen, an denen SS-Männer Kleinkinder in Anwesenheit ihrer Mütter mit Gewehrkolben erschlagen hatten. Die Schulklasse bestand aus religiösen und nicht-religiösen Jugendlichen, alle aber waren recht nationalistisch, führten israelische Flaggen mit sich, es gab sehr ernsthafte und auch spassige Schüler, betroffene und eher gleichgültige. Das…
Ihr Tagebuch gehört zur Weltliteratur. Sie starb mit ihrer Schwester und Mutter im Konzentrationslager von Bergen-Belsen. Die Familie Frank flüchtete vor den Nationalsozialisten nach Holland; sie lebte dort versteckt in einem Hinterhaus in Amsterdam. Kurz vor Kiegsende wurden die Franks deportiert. Lediglich der Vater, Otto Frank, überlebte das Konzentrationslager. Vor kurzem ging die Nachricht über eine Studie um die Welt, die offenbarte, dass ein Team von Cold-Case-Ermittlern eine neue Hypothese aufstellten: Ihren Ermittlungen zufolge sei es mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Mitglied des Judenrats Amterdam, der Notar Arnold van den Bergh (1886–1950) gewesen, der den deutschen Besatzern eine Liste mit Verstecken…
Die Zeit scheint reif zu sein, dass sich ältere Frauen einer Männerdomäne bemächtigen, die ihnen bislang vorenthalten war: nämlich der Domäne des Altersunterschieds. Seit Jahrhunderten war das Bild des angegrauten Mannes mit einer wesentlich jüngeren Frau eine Selbstverständlichkeit. Im Geheimen nannte man solche Männer spöttisch „Sugar Daddies“, aber eigentlich bewunderte man sie um ihre Fähigkeit, junge Frauen zu erobern und zu „besitzen“. Ältere Damen um die Fünfzig oder Sechzig haben nun den Mut, mit mehr als um die Hälfte jüngeren Männern – meist in tropischen Gefilden – eine Liebschaft einzugehen. Sie verwöhnen diese Liebhaber mit vielen körperlichen und materiellen Zuwendungen….
Peter Pan sitzt am Meer in Kreta und spielt Flöte. Als eine Möwe vorbeifliegt, spricht er sie an und erschrickt. Seine helle Stimme ist plötzlich eine Oktave tiefer und rauh. In Panik fragt er die Möwe, was wohl mit seiner Stimme los sei. Beim Wegfliegen schreit die Möwe: „Das tönt nach Stimmbruch.“ Und von weit weg: „Der Peterli pubertiert“. Und in Windeseile verbreitet sich die Nachricht unter den Möwen: „Der Peterli pubertiert“. Peter Pan weiss nicht genau, was in ihm vorgeht. Er möchte wegfliegen, doch keine fremde Macht trägt ihn mehr durch die Lüfte. Als er einige Vögel anspricht, schweben…
Mit Schmerzen in allen Gliedern wälzt man sich gegen Mittag aus dem Bett. Die heisse Dusche lindert das Gliederreissen nicht. Kaffee, Medikamente und Zeitungen folgen. Eine Einkaufsliste wird vervollständigt. Mühsam zieht man einen Mantel über, geht aus dem Haus etwa bis zum Gartentor, erinnert sich, den Autoschlüssel zu benötigen, kehrt ins Haus zurück, reisst im Vorbeigehen eine Tüte mit Sonnenblumenkernen mit sich und auf den Boden, schliesst das Haus erneut, das Schloss klemmt. Ächzend bückt man sich ins Auto und legt den Rückwärtsgang ein. Spitze Äste kratzen an der Karosserie. In der Einstellhalle des Einkaufszentrums quetscht man sich aus dem…
Man nannte ihn Mouche, dieser Übername ging auf „Scaramouche“ zurück. Dieser Name hat aber mit der folgenden Erzählung keine besondere Bewandtnis. Also, Mouche erbte von einer Grosstante den Papageien Coco. Er richtete die Wohnung für die Bedürfnisse des Vogels ein ohne auf das Gezeter seiner Ehefrau über den Schmutz, den dieses Tier verursachen werde, zu achten. Laut und deutlich endete sie: „Du wirst den Dreck von Coco beseitigen“. Diesen Schusssatz verinnerlichte Mouche. Coco hielt Einzug bei Mouche und dessen Gattin. Nach anfänglicher Scheu wurde er wohl auch wegen der leckeren Früchte, mit denen ihn Mouche fütterte, sehr zutraulich und plapperte…
Hans ist ein Pechvogel. Am Abend vor seiner Hochzeit verlässt ihn seine Braut. Sie sagt – unschweizerisch – „tschüss, ich verreise nach Kuba und heirate einen Schwimmlehrer“. Für Hans, den Bauern, bricht die Welt – seine – in Stücke. „Warum tust du mir das an?“ fragt er, lässt sie gehen, hält sie nicht zurück und weint bitterlich. Dann setzt er sich nieder und sinnt auf Rache. Seine Vorstellungskraft ist nicht besonders gross, doch er sieht das Flugzeug abstürzen und lichterloh brennen. Auf dem Trümmerfeld liegt seine fast-Gattin – in Stücke gerissen – als ob sie gevierteilt worden wäre. Entsetzt über…