29. Juni 2020 Doris Schöni

Ich habe über alles geschrieben. Nein, hast du nicht. Nur über lokalen Mist. Und über eine Sportart. Nein, das stimmt nicht. Lokale Politik zum Beispiel ist ein Teil der globalen Politik. Blablabla. Was hat ein Gemeindeparlament mit dem amerikanischen Parlament gemein? Du willst mich einfach klein haben. Dies hat meinen Schreibfluss auch gestoppt. Vielleicht hast du bereits über alles geschrieben? Sag ich doch. So ein Quatsch. Du hast über vieles auf kleinem Niveau geschrieben. Weiter bist du nicht gekommen. Was meinst du mit weiterkommen? Niemand hat dich zu Höherem berufen. Kein respektables Blatt hat dir ein Angebot gemacht. Du bist…

22. Juni 2020 Doris Schöni

… lehren den Sportreibenden das Verlieren. Tränen nach einem verlorenen Kampf fliessen nicht nur bei jungen Fechtern, sondern auch bei Mitgliedern der Nationalmannschaft. Dabei kommt es natürlich darauf an, zu welchem Zeitpunkt des Turniers man eine Niederlage erleidet. In der Vorrunde eines Wettkampfs ist eine Niederlage weniger wichtig, als in den folgenden K.O.-Ausscheidungen, die einen bei einer Niederlage gnadenlos ins Aus befördern. Nach der 100. Niederlage hat man sich ans Verlieren gewöhnt. Aus Erfahrung weiss man, dass man heute gewinnen und morgen verlieren kann. Man hat auch gelernt, dass man sehr früh ausscheiden kann, wobei die Gegner wesentlich schwächer sein…

16. Juni 2020 Doris Schöni

Es ist erstaunlich, dass kaum Nachforschungen unternommen worden sind, als die Migros plötzlich die beliebten Mohrenköpfe aus dem Sortiment nahm, da sie einen Begriff als rassistisch einschätzt. Der Mohrenkopf gehörte seit Jahrzehnten zum deutschen Vokabular. Es ist ein Jammer, wie wenig geschichtliche Kenntnisse selbst in einem der grössten Detailhandelsunternehmen der Schweiz, der Migros, vorhanden sind. In alten Akten tauchte das Wort „Mohrenkopf“ erstmals im Jahre 1493 auf. Damals liess sich ein Zinngiesser nieder, der die Auflage bekam, seine Ware neben seinem Meisterzeichen mit dem Mohrenkopf zu versehen. Der älteste Abdruck des Stadtsiegels mit dem Mohrenkopf stammt von 1521. Die ersten…

4. Juni 2020 Doris Schöni

„Empathie bezeichnet die Fähigkeit und Bereitschaft, Empfindungen, Emotionen, Gedanken, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen, zu verstehen und nachzuempfinden. Ein damit korrespondierender allgemeinsprachlicher Begriff ist Einfühlungsvermögen.“ (Wikipedia) Während meines Lebens ist mir der Glaube an Empathie verloren gegangen. Sie existiert möglicherweise unter eineiigen Zwillingen, aber selbst Geschwister, Verwandte und nahe Freunde sind nicht imstande, Empfindungen, Gedanken, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen und nachzuempfinden. Kann ich die tiefe Trauer einer Bekannten, die ihren Gatten verloren hat, nachempfinden? Nein. Ich stecke in meinem Leben, meinen Erfahrungen und in meiner Befindlichkeit, die sich aus positiven und negativen Vorkommnissen…

3. Juni 2020 Doris Schöni

Der Präsident der Evangelisch-reformierten Kirche, Gottfried Locher, musste zurücktreten. Die Weiblichkeit wurde dem verheirateten Pfarrer zum Verhängnis. Er soll „Grenzverletzungen“ – was alles dies heissen mag – begangen haben. Er hat seine Affären schlecht bewirtschaftet, er hätte sie besser verstecken müssen, um nicht als „Sünder“ dazustehen. Die evangelisch-reformierte Kirche handelte mit ihrer Verurteilung von Lochers Privatleben unchristlich. Der Einwand, er müsse ein Vorbild für die reformierte Kirche im Land sein, ist nicht mehr zeitgemäss, zumal die heutigen Vorbilder aus Sport und Unterhaltungsindustrie stammen. Pfarrer sind so wenig Vorbilder wie früher Lehrer, Polizisten und Bundesräte. In Johannes 8,1–11, geht es um…

1. Juni 2020 Doris Schöni

In einem Artikel des BUND vom 29.5.20 schreibt Michael Marti unter dem Titel „Eine nationale Tragödie:  „… Politiker, Intellektuelle, am schrillsten Kulturschaffende wiederholen in diesen Wochen wie ein Mantra Kultur sei ein „menschliches Grundbedürfnis“, eine „Notwendigkeit“ und eine „Grundlage des Seins“. Machen wir uns nichts vor: Auf eine breite Bevölkerung trifft das nicht zu. Die will ins Gartencenter, zum Coiffeur oder versammelt sich in der Illegalität, um Fussballspiele zu inszenieren … . Der Lederball motiviert mehr aufwieglerische Kraft als die gesamte Schweizer Kulturszene … .“ Wussten Sie, dass 800’000 Menschen in der Schweiz einen ganz einfachen Text nicht richtig verstehen…