… ist noch immer Leere. Die Sinnlosigkeit des Alters ist nur zu ertragen, wenn man sich an verbotenen Hilfsmitteln vergreift. Die wenigsten Alten wagen es – ein Leben lang mit Vorschriften zugemüllt -, gegen Gesetze zu verstossen. In Angst vor Bussen halten sie sich an die skurrilsten Verbote, wundern sich nicht über Gebote, die verhängt und alsobald wieder abgeschafft werden, schieben sich vor- und rückwärts wie eine Herde verängstigter Schafe. Ja nicht Gesetze übertreten, sich einfügen ohne auf sich aufmerksam zu machen. Ein Staat von Papageien. Nachplappern, da Denken schwieriger ist als sich in psychosomatische Abhängigkeit zu begeben. Man ist…
Stillstand = Alter; Alter = Stillstand. Im Alter wird man von der Leistungsgesellschaft, von Arbeitgebern, von Influencern, von einer Jugend ohne Bildungshintergrund, von Behörden und von gutmeinenden Freunden mit dem Rücken an die Wand gedrückt, so dass gezwungener Massen ein Stillstand entsteht. Sollte man sich erfrechen, nach klassischer Musik zu rufen, Literatur und Archäologie zu lieben, dem Duzen abhold zu sein, der Geschichtsschreibung grössere Bedeutung als der Informatik einzuräumen, fällt man der Lächerlichkeit anheim. worauf man bocksteif stillsteht, Angst hat, sich zu bewegen. Stillstand bedeutet, aufs Erworbene reduziert zu werden, der Neugierde zu entsagen, neu entdeckte Mentalitäten und Kulturen zu…
Die Eröffnung der Ausstellung Kunst zum Anfassen verkam zu einer Farce. Nach der Selbstdarstellung eines Grossrats, einer Einführung durch den Gemeindepräsidenten, vergriff sich der Moderator im Gebiet: Statt auf die Exponate einzugehen, empfahl er in epischer Länge Geschäfte der Gemeinde Muri, die zu berücksichten seien. Diese Geschäfte seien günstig, dozierte der Moderator, mit dem ersparten Geld könne man sich eine Mitgliedschaft bei Kunst zum Anfassen leisten, Ehepaare kämen in den Genuss einer Vergünstigung. Der mittelalterliche Mann sprach und sprach, konnte kein Ende finden, die Ausstellungsbesucher begannen, unruhig zu werden, klatschten, um den Moderator zu stoppen, unterhielten sich laut und näherten…
Erinneren Sie sich: Die riesigen Sonnenblumenfelder in der nahen Umgebung. Tausende von gelben Köpfen, die sich nach der Sonne reckten. Fleischige Blumenblätter umrandeten die prallen, schwarz glänzenden Kernen . Die Sonnenblumen (Helianthus annuus) gehören zur Gattung der Korbblütler, und sie sind nicht nur eine Augenweide, zudem lassen sich ihre Kerne zu wertvollem Öl pressen. Eine Pflanze, vielfach verwendbar. Ein nützlicher Idiot, sozusagen. Tage und Wochen gehen ins Land. Wie auf ein Kommando lassen die Sonnenblumen ihre Köpfe hängen und richten sich nicht mehr nach der Sonne aus. Die Blumenblätter verfärben sich ocker, ihre schwer gewordenen Köpfe neigen sich dem Boden zu….
Selbst nicht im Überfluss aufgewachsen, ist man im Erwachsenenleben nicht davor gefeit, mit Geld sorglos – zu sorglos – umzugehen. Beeinflusst in jungen Jahren von der Tendenz, Geld zu verachten, fühlte man sich über Materielles erhaben, deshalb bat man nicht um eine bessere Entlöhnung. Man hielt es mit Immanuel Kant (1724-1804), der schrieb: „Die Sparsamkeit ist keine Tugend, denn zum Sparen gehört weder Geschicklichkeit noch Talent. Wenn wir sie mit der Verschwendung gegeneinander halten, so gehört dazu, um ein Verschwender mit Geschmack zu sein, weit mehr Talent und Geschicke, als zum Sparen. Denn Geld ablegen kann auch der Dümmste […]…
Das Konstrukt des 1. August (1891 offiziell festgelegt) als Nationalfeiertag der Schweiz beschert der Tier- und auch Menschenwelt mehr Grauen als Freude. Bereits am 31. Juli und auch am Nachmittag des 1. August rennen Hunde und Katzen in Panik in die Häuser und unter Tische und Stühle, weil einige Knallköpfe es für nötig halten, ihre Kracher loszulassen. Fehlt es diesen Knallern denn an Fantasie sich die Angst vorzustellen, welche nicht nur Hunde und Katzen, sondern vor allem auch Vögel in einen grossen Stress versetzt? Am Abend vergnügen sich Familienväter als Möchtegern-Krieger, indem sie ohrenbetäubende Raketen in den Himmel befördern -…