Alle paar Jahre braucht man ein neues Handy, weil das alte nicht mehr aufdatiert wird und urplötzlich gewisse Funktionen nicht mehr ausgeführt werden können. Schweren Herzens begibt man sich – wie beim Kauf des ersten I-Phones – in den Swisscom Shop im Bahnhof. Dort wird man freundlich empfangen und beraten. Einer der „Gastgeber“ – so sind die Swisscom-Verkäufer angeschrieben – überträgt die alten Daten aufs neue Phone (kostenpflichtig!) und man freut sich über den Neuerwerb. Die Freude entwickelt sich Zuhause aber rasch in Ärger, denn viele Daten fehlen, zum Beispiel auch die Musik des Klingeltons. Man versucht selber, einen Klingelton…
… dem Duzen? Gehören Sie zu jenen, die durchs Band hinweg alle duzen, ob jung oder alt, weiblich oder männlich, Professor oder Arbeiter, Chef oder Untergebener? Warum duzen Sie alle und duzen Sie auch in anderen Sprachen? Welche Vor- oder Nachteile ergeben sich durchs Duzen? Ist Ihnen bewusst, dass das Duzen einen bäuerlichen Hintergrund hat? … mit dem Schreiben – SMS, E-Mails, Briefen – in Dialekt? Schreiben Sie in Dialekt, weil Sie fürchten, die deutsche Rechtschreibung nicht zu beherrschen? Schreiben Sie in Dialekt, weil Sie irrtümlich glauben, Dialekte hätten keine Regeln? Schreiben Sie einem St. Galler in Berndeutsch mit Ausdrücken…
Wenn wir in der Primarschule einen Aufsatz über den verbrachten Sonntag schreiben mussten, zählten einige der Schüler akribisch auf, was sie am Sonntag gegessen hatten. Jene, die sich an einem See, beim Skifahren oder in einem Museum vergnügt hatten, erwähnten das Sonntagsmenu nie. Nun gibt es einen Lokaljournalisten, der offensichtlich auf der Stufe des Primarschülers stecken geblieben ist. Er berichtet ehererbietig über einen Anlass mit einem Nachtessen, dem er mit Begeisterung lobhudelt: „Die Gäste durften sich erst am Buffet einen Salat und später auch die Hauptgänge zusammenstellen. Es wurden Kalbsschulterbraten mit Rosmarinjus, Gebratene Pouletbrust mit Thaicurrysauce, Kartoffelgratin, Basmatireis, Gemüse, Frühlingsrollen…
Norbert Herschkowitz ist gestorben. Sein Wissen, sofern es nicht in Publikationen festgehalten wurde, geht mit seinem Tod unwiderruflich verloren. Noch ist es nicht möglich, Gehirninhalte elektronisch zu konservieren. Herschkowitz‘ Gattin, Elinore, eine Pädagogin, hat ihn lebenslang bei seinen Studien und Forschungen begleitet und unterstützt. Ihre Trauer muss sehr schmerzhaft sein. Hirnforscher Herschkowitz war ein temperament- und humorvoller Referent. Es war ihm gegeben, an Vorträgen auch ein Publikum zu fesseln, dem sein Wissensgebiet nicht geläufig war. Es ist unvergesslich, wie er in einen vollen Saal rief: „Das Bauchgefühl gibt es nicht“. Für ihn war das heute immer wieder bemühte „Bauchgefühl“ eine…
Kennen Sie Paragrafenreiter? Es existieren viele Synonyme, zum Beispiel: Rabulist, Pedant, Bürokrat, Besserwisser, Spiessbürger, Prinzipienreiter, Aktenkrämer, Federfuchser, etc. Trefflich charakterisiert die Autorin Raphaela Häuser diese sich in psychischem Ungleichgewicht befindlichen menschlichen Spezies: „Der Paragrafenreiter nimmt es ganz genau. Die Paragrafen des Gesetzes sind ihm unglaublich wichtig. Er ist ein Bürokrat und Besserwisser. Und er achtet ganz genau darauf, dass seine Mitmenschen sich ebenso wie er an die Buchstaben des Gesetzes halten. Glas in die Mülltonne werfen? Für den Paragrafenreiter ein grosses Verbrechen. Grillieren bei offenem Feuer im Park? Sie müssen mit einer Anzeige rechnen! Bei Rot über die Ampel gehen,…