30. August 2018 Doris Schöni

Eine Freundin bereist die ganze Welt. China, Australien, Italien, Frankreich, USA, etc. haben alle einen gemeinsamen Nenner: Sie sind Nicht-Raucherstaaten. Eine Episode aus den USA: Die Freundin lag allein an einem Hotel Swimmingpool und rauchte. Eine überdimensionierte Frau, des Gehens wegen Dickleibigkeit nicht mehr fähig, fuhr in einem Golf-Wägeli zum Pool und schimpfte die Freundin wegen ihres Rauchens aus. Eine rhetorische Frage: Welche der Frauen lebt länger und besser? Vor etwa 50 Jahren rauchte man im Tram, im Kino, im Flugzeug, im Restaurant. Der Rauch störte niemanden. Keiner wedelte und hüstelte. Vor dem Schwimmbad wurden Zigaretten-Müsterli verschenkt. In den meisten…

26. August 2018 Doris Schöni

„Die Liebe ist eine Himmelsmacht“, heisst es im „Zigeunerbaron“ von Johann Strauss. Dass sie vielfach eher eine Höllenmacht ist, zeigen erkleckliche Beispiele aus der Literatur und der näheren Umgebung. Der oder die Liebende, also jener oder jene, die in einer Liebe völlig aufgeht, einer Liebe, die unerwidert bleibt, leidet. Er oder sie gibt und gibt und gibt und steht schliesslich mit leeren Hosentaschen da. Er oder sie gehört zu den seligen Gebern, die nicht daran denken, etwas zurück zu bekommen. Obwohl die Apostelgeschichte 20,35 die frommen Christen lehrt, dass geben seliger ist als nehmen, muss an diesem Bibelwort gezweifelt werden….

19. August 2018 Doris Schöni

Der Schweizer ist ein ungeselliges Wesen. In Tram, Bus, Eisenbahn und Restaurant steuert er auf einen leeren Platz zu und verschanzt sich hinter dem BLICK. Wird er gefragt, ob noch ein Platz neben ihm frei sei, brummt er ungnädig und würgt ein unwirsches Ja heraus. Und nun nach 827 Jahren (stimmt nicht ganz, eigentlich 802 Jahren) wird er in der Stadt Bern aufgefordert, hinter seinen sieben Bergen hervorzukriechen und den „öffentlichen Raum“ zu beleben. In den Quartieren werden Begegnungszonen geschaffen, in der Innenstadt Bänke aufgestellt und, wer weiss, bald auch die A1 zu Brätliplätzen umfunktioniert. Wissen Sie was dort geschehen…

17. August 2018 Doris Schöni

Das Mettlenquartier in Muri ist beliebt als „Spielwiese“ für Autofahrlehrlinge und sie zurecht weisende Fahrlehrer.  Da plagte sich einer der Schüler beim Parkieren, man lachte sich ins Fäustchen und hob den Blick. Und was las man auf Schild, das auf dem Autodach angebracht war? „Fahrschulerei“. Fahrschulerei? Auf Google gibt es dieses neudeutsche(?) Wort nicht. Frage: Ist eine Fahrschulerei mehr als eine Fahrschule? Die Endung „erei“ hat doch oft eine negative Konnotation, Beispiele: Vereinsmeierei, Schweinerei, Stänkerei, Streiterei, Neiderei, Lügerei, Raserei, Fragerei, Gaunerei, Keiferei, Petzerei, Sauferei, Zankerei, etc. Also warum den Begriff „Fahrschule“ verhunzen? Wenn die Endung „erei“ Schule machen sollte, dann…

11. August 2018 Doris Schöni

Sie strahlten wie Weihnachtsmänner, sie: Gemeinderätin Ursula Wyss und er, Stadtpräsident Alec v. Graffenried, bei der Eröffnung der autofreien Schützenmatte am 4. August. Mit einem Schlag hoffen sie, zwei der grössten Feinde (sic!) der Bundeshauptstadt, die Autos und das sogenannte Drogen Drive-in, zum Verschwinden zu bringen. Ursula Wyss ist die typische Vertreterin einer Gruppe von Menschen, die gegen jede Vernunft das Rad der Zeit zurückdrehen möchte. Benzinautos sind ihr ein Gräuel. Von der Wiege an (in einem Anhänger mit roter Fahne) bis zur Bahre (Velo-Leichenwagen?) sollten alle Menschen radeln, ungeachtet ihres Alters, ihrer physischen und psychischen Verfassung. In ihrer Begeisterung…

10. August 2018 Doris Schöni

In einer Sendung von Tele Bärn wurden einige Kinder, die an einem Fussballcamp teilgenommen haben, interviewt. Ob Buben oder Mädchen, alle verwendeten das Adjektiv cool mehrere Male in ihren Antworten. Manche äusserten sich nur mit cool, ohne ein anderes Wort auszusprechen. Die Jugendsprache ist ein altbekanntes Thema. Dass aber auch, wenn man sich etwas umhört, selbst ausgewachsene Menschen dauernd cool sagen, ist doch sehr bemühend. Es geht bei dieser Feststellung nicht ums Englische, sondern um das eher dürftige Vokabular von Jung und Alt. Synonyme für cool gäbe es zuhauf … .

1. August 2018 Doris Schöni

Wäre der 1. August nicht ein Fake, sondern geschichtlich erwiesen, könnte man sich vielleicht dafür erwärmen. Das Datum des 1. Augusts ist ein Konstrukt: Der Tag wurde erstmals am 1. August 1891 gefeiert und ab 1899 in der gesamten Schweiz jährlich wiederholt. Der 1. August als Datum des Rütlischwurs ist jedoch historisch nicht belegt (der Geschichtsschreiber Aegidius Tschudi setzte in seiner Mitte des 16. Jahrhunderts entstandenen Schweizer Chronik das Datum des Rütlischwures auf den „Mittwoch vor Martini“ 1307 fest, also auf den 8. November 1307). In diesem Jahr kommen die notorischen Knaller nicht auf ihre Rechnung, da das Abbrennen von…