Kurios, manche Eigenschaften vieler Schweizer. Da läuft eine Frau mit einem blutdurchdrängten Verband im Gesicht in der Gegend umher, grüsst diese, plaudert mit jenen, lächelt anderen zu. Keine und keiner fragte sie nach der Ursache des blutdurchdrängten Verbands. Ist das „polical correctness“ oder einfach Desinteresse? Ist das Diskretion oder Mangel an Empathie? Haben diese Menschen etwa Angst vor einer theoretisch möglichen Ansteckung? Jemand könnte doch ironisch fragen: „Haben Sie die Pest, Lepra oder Ebola?“ Oder: „Haben Sie Prügel bezogen?“ Und/oder noch schlimmer: „Hat Ihr Hund Sie gebissen?“ Nein, nichts. Fragen sind hierzulande bei gewissen Personen verpönt, unschicklich, so wie Diskussionen…
Viele werktätige Menschen freuen sich auf die Pensionierung. Anderen kann man fast kein grösseres Leid zufügen. Was geschieht nun mit ihnen, die unfreiwillig zum Nichtstun verurteilt worden sind? Plötzlich werden sie sich ihres Körpers bewusst. In der heutigen Sprache gehört das Bewusstwerden des eigenen Körpers zu einem Aspekt der „Achtsamkeit“. Der eigene Körper meldet sich also zum Wort. Ein kleiner Schmerz da, ein grösserer dort, das Knie schmerzt, es ist ein Kreuz mit dem Kreuz, das Zipperlein klopft an, o, ein Fleck am Arm, am Bein, im Gesicht und diese tiefen Falten, die mürrisch aussehen lassen, abgesehen vom Gewicht, das…
Im Seniorenweb, Ausg. 370/1.6.2028, schreibt Joseph Auchter im Artikel „Das Dilemma um König Fussball“ (über die Fussball-WM): „24 Mannschaften, darunter die Schweiz, träumen vom Heldenthron – oder zumindest davon, ehrenhaft abzuschneiden. „Fussball ist Krieg mit anderen Mitteln“ ist ein geflügelten Wort, das auch auf die Fussball-Terminologie verweist: Das Vokabular ist eindeutig militärischer Herkunft. Laut Wikipedia wird da „geschossen, gebombt, der Gegner taktisch ausgetrickst, die Verteidigung überrannt, werden Angriffsstrategien entwickelt. Vokabeln wie „stürmen“, „schiessen“, „ballern“, „bomben“, „eine Granate abfeuern“, „Angriff“, „Verteidigung“, „Frontbildung“, „Verteidigungsring“ nähern sich in der Tat der Kriegsrhetorik an und erwecken vor allem bei pazifistisch denkenden oder von den…
(BUND, Freitag, 8. Juni: „30 Sekunden bis zur Meinung“ von Christof Gertsch) Haben Sie nicht beim Lesen des BUND-Artikels über Erich Hess ein Déjà-Vu? Erinnert Sie sein Porträt von nicht irgendwie an Markus Ruf, Stadtrat, Mitglied des Grossen Rats und während 14 Jahren des Nationalrats in der Partei der Schweizer Demokraten? Auch Ruf hatte eine ausländische Freundin, obwohl er eine nationalistische Politik betrieb. In den Jahren seines politischen Wirkens (1982-1999) war Markus Ruf eher eine Ausnahmeerscheinung. Und das ist einer der Unterschiede zu Erich Hess: Der ehemalige Lastwagenchauffeur geniesst eine grosse Medienpräsenz und kommt dabei immer wieder zu Wort. Warum?…