Der Aufschwung, den der Schwingsport in den letzten Jahren erfuhr, ist ein Phänomen. Die Gründe für dessen Popularität sind vielfältig. Einer davon steht wohl im Zusammenhang mit dem aufkeimenden Vaterlandsstolz, Swissness ist in, man besinnt sich wieder auf seine Wurzeln. Sprechen, wie einem der Schnabel gewachsen ist und einen Sport lieben, der nur in der Schweiz betrieben wird, gehen Hand in Hand. Schwingen ist weder olympisch – und wird es auch nie sein – noch international, die Namen der Schwingenden sind typisch schweizerisch, bodenständig und vertraut. An Schwinganlässen treten Jodlerchörli und „Hudigägeler“ auf, man hüllt sich in Tracht und die…
Es gibt Menschen, die lauschen am Sonntag andächtig dem Gebrüll der Boliden. Es gibt Menschen, die erleben während des ganzen Sonntags Sport. Querbeet. Sportarten der Mehrheit. Sportarten, die gefallen, weil man sie versteht ohne zu denken. Setzt das Denken am Sonntag aus? Geniesst das Denken eine Denkpause? Hektik allenthalben. Man fährt aus. Ins Freie, ins Restaurant, zu Freunden, Bekannten und Verwandten. Man isst und trinkt zuviel. Auf dass Mami, „es“ trinkt nicht, das Steuer zur Heimfahrt übernimmt. Werden am Sonntag Museen besucht? Museen, die Tempel der Bildungshungrigen, des Bildungsbürgertums. Gehen „bildungsferne“ Menschen ins Museum? Ja. Eine chilenische Putzfrau, pardon, Reinigungsfachfrau,…
Ein Zwillingskinderwagen. Darin ruhten nicht Zwillinge, sondern ein erst einige Monate altes und ein etwas älteres Kind. Beiden steckte ein Nuggi im Mund. Das ältere Kind nahm dem Kleinen immer wieder den Nuggi weg. Dann schrie das Kleine wie am Spiess. Die Mutter war mit zwei Mädchen im Kindergartenalter beschäftigt. Wenn der Säugling den Verlust seines Nuggis beklagte, steckte sie ihm den Nuggi wieder ins Mäulchen. Der etwas ältere Bub – es schien ein Bub zu sein – beobachtete seine Mutter. Sobald sie anderweitig beschäftigt war, entriss er dem Säugling den Lutscher, der dann wieder aufheulte. Ein Machtspiel. Das Können…
Niemand, absolut niemand setzt sich für eine entlassene Person ein, auch wenn sie vorher hoch geschätzt, beliebt und als zuverlässig und hilfsbereit bekannt war. Selbst wenn sie der Altersguillotine zum Opfer fiel, schert sich kein Teufel, geschweige denn ein – heute so beliebt gewordener – Rettungsengel um sie. Eine Stille, ein undurchlässiger Vorhang legt sich über sie, ein Kokon der Unsichtbarkeit hüllt sie ein, sie wird zwar zögernd gegrüsst, doch keiner fragt sie nach ihrem Befinden, ihrer Befindlichkeit. Erleidet man eine Krankheit, so wird weitschweifend darüber gesprochen. Dieses Thema interessiert allemal. Dank Google ist jedermann ein kleiner Dr. med., man…
Kleine Männer haben sehr oft eine „Wadenbeisser“-Mentalität, wie Terriers, schreibt eine Einsenderin im Forum auf „Elite-Partner“. Der Individualpsychologe Alfred Adler meinte schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Muster zu erkennen, dass eine vergleichsweise geringe Körpergrösse und mit ihr ein Gefühl der Minderwertigkeit ausgeglichen werden müssen durch äusserlich sichtbare Erfolge und Statussymbole. Und wo war das besser zu erreichen als in den höchsten Ämtern eines Staates. Adler suchte einen griffigen Terminus, blickte auf die jüngere Geschichte und nannte das Phänomen „Napoleon-Komplex“. Männer unter 1,80 Meter sind bei Partneragenturen nur schwer vermittelbar. In Partnerschaftsanzeigen suchen 80 Prozent der Frauen einen Mann…
Und es wurde wieder ausgiebig geböllert. Bereits am Morgen, Nachmittag und Abend. Lediglich ab ungefähr 2 Uhr morgens ist wieder Stille eingekehrt. Da liegen die Ottos Jedermann im Schlaf mit hoffentlich dröhnenden Ohren. Sie haben es wieder einmal gezeigt, was so richtig krachen soll an des Schweizers (künstlichem) 1. August. Im Nahen Osten lieben es die Menschen, seien es Muslims, Christen, Maroniten, Drusen und all die übrigen Gemeinschaften, es richtig krachen zu lassen. Sie drücken damit Freude und Kummer aus. Es sind aber nicht Raketen, die sie in den Himmel jagen, sondern Gewehrkugeln. Gewehre mit richtiger Munition. Die Zeitungen berichten…