Man wird nachlässig. Merkt nicht mehr, dass die Katzen – die man mit dem Haus übernommen hatte – ins Büro pinkeln. Riecht nicht mehr – da einem das Schmeck- und Riechgefühl abhanden gekommen ist – den üblen Geruch des Hundeknochens. Sieht zwar die Lebensmittelmotten durch die Küche flattern und lässt sie flattern. Vergisst oder verdrängt, den Kühlschrank zu leeren, schliesst ihn schnell, um das Desaster zu übersehen. „Bei dir stinkt es“, sagen Freunde, und man freut sich über die angenehmen Temperaturen, die es erlauben, nun im Garten zu speisen. Das Alter – immer wieder und immer mehr. Wer nachlässig war,…
Wenn man abrupt aus einem Job hinausgedrängt worden ist, verfällt man der Lethargie. Die Lust an allem ist einem vergangen. Man schleppt sich freudlos durch die Tage und weiss nicht, was mit sich anzufangen. Man tut dieses oder jenes, aber eigentlich tut man überhaupt nichts. Man hat den Kopf voller Sätze, weiss aber nicht für wen. Man taumelt gegen Gummiwände, die einen auf einem zurückwerfen. Man verspürt Wut und Trauer, wobei die Wut verholzt und die Trauer Selbstmitleid ist. Und die Leute schweigen. Die meisten wissen, was vorgefallen ist, aber keiner spricht darüber. Sie gehen über das Thema hinweg, sie…
Die Neonazis verbreiten sich in Europa ähnlich einer Heuschreckenplage. Das aggressive „Heil-Hitler“-Gegröle einer frustrierten und bildungsschwachen Meute meist männlichen Geschlechts weckt böse Erinnerungen. Erinnerungen, die den Neonazis fehlen, da es versäumt wurde, das „Dritte Reich“ in den Geschichtsunterricht zu integrieren. Sie haben keine Ahnung, wer Hitler war, und was er angerichtet hat. Und wenn sie es wissen, hat er in ihrem Sinn gehandelt. Die Neonazis hassen alles, was nicht ihrem Brauchtum entspricht, und alle, die „fremd“ sind, also Menschen mit einer anderen Nationalität, Hautfarbe und Religion. Ohne Kenntnisse in der Psychologie sind sie nicht fähig, ihren Hass und ihre Vorliebe…
Es war schon vor fünfzig Jahren ein Jammer: Die Bevölkerung östlich von Zürich (wobei Zürich auch dazu zählt) ist dem Französischen abhold. Auch damals standen die Menschen dieser Regionen vor einem unüberwindlichen französischen Berg und beharrten auf ihrem Dialekt bei Kontakten zu „Welschen“. Und zwar in einem Milieu, in dem die Umgangssprache Französisch war (Beispiel im Fechtsport). Im Thurgau behaupten die Primarlehrer, ihre Schüler seien mit dem Frühfranzösisch überfordert. Der Französischunterricht müsse auf die Oberstufe, nach dem Lernen der englischen Sprache, verlegt werden. Die oberste Priorität für die vielen Kinder der Asylbewerber sei der Deutschunterricht. Bevor sie mit dem Lernen…