24. April 2017 Doris Schöni

Im „BUND“ vom 19. April erschien (von Kathrin Werner) ein interessanter Bericht über den wachsenden US-Markt für Marihuana, der unter anderen von der Schauspielerin Whoopi Goldberg geprägt wird.   Ob Kopfschmerzen, Menstruationsbeschwerden oder andere Leiden besser durch Cannabis als durch Chemie gelindert werden können? Die 61-jährige Whoopi Goldberg ist völlig überzeugt davon und gründete mit einer Marihuana-Expertin die Firma „Whoopi & Maya“. Innerhalb kurzer Zeit entwickelte die Firma eine Serie von Produkten für Frauen, darunter Badesalz oder Körperlotion, die lediglich Schmerzen lindern. Zusätzlich sind auch Kakao mit Cannabis-Öl oder eine Tinktur, die man in ein Getränk oder direkt auf den…

16. April 2017 Doris Schöni

… versucht man sich zu erinnern, wie es war, früher an Ostern, als man jung nicht mehr an den Osterhasen glaubte und vielleicht Schokoladen-Eier und Zuckerhäschen in sich hinein stopfte. Aber man erinnert sich an nichts, an abernichts. Eier gesucht? Eier getüpft? Nestlein geplündert? Freudenschreie ausgestossen? Glück empfunden? Nichts. NICHTS. Le néant. Alles vergessen, verdrängt, vergraben. Möglicherweise war der Vater einmal mehr verstummt. Nach jeder Eheszene verstummte der Vater. Tage- und wochenlang. Am Essenstisch herrschte eine dumpfe Feindseligkeit. Als Kind versuchte man, die angstvolle Stimmung zu durchbrechen. Man „tat blöd“. Begann mit dem Essen zu spielen, wieder zu schmatzen, zu…

13. April 2017 Doris Schöni

… voller Löwenzahn und in strahlender Sonne duellierten sich ein brauner und ein weisser Jugendlicher im Kickboxen. Der braune Knabe war blau angezogen und der weisse schwarz. Der Blauangezogene war grösser und schlanker als der schwarz Gekleidete. Überdies war er von einer bestechenden Eleganz, geschmeidig und unglaublich flink. Der weisse Jugendliche war langsamer, jedoch reaktionsschnell in  den Beinangriffen. Das Duell war freundschaftlich und von Aggressivität konnte keine Rede sein. Eigentlich trainierten sie eher zusammen als sich zu duellieren. Mit seinen längeren Armen parierte der braune Jugendliche die Angriffe des weissen, vermied es aber, den weissen am Kopf zu touchieren. In…

10. April 2017 Doris Schöni 1Comment

Kennen Sie das? Das Gefühl eines Vogels, dessen Flügel gestutzt wurden? Oder das eines Krokodils, dessen Zähne verloren gingen? Eines Hundes an der Leine, der vorwärts stürmt und zurückgehalten wird. Ein schales Gefühl der Unzulänglichkeit. Die Schalheit, sich überflüssig zu fühlen. Der Verstand, der das  Gefühl zur Mediation zwingt und unterliegt. Gefühl, nicht Bauchgefühl, wie Prof. Norbert Herschkowitz, der Hirnforscher, immer wieder ins Auditorium rief; nun sitzt er im Rollstuhl und ruft nicht mehr. Um was es hier eigentlich geht, würden Sie fragen, läsen sie je einmal diesen Blog? Es geht darum, schreibamputiert zu sein, geworden zu sein, gezwungen worden…

7. April 2017 Doris Schöni

In meiner Generation kümmerten sich unverheiratete Fräuleins um ihre Eltern. Sie waren im elterlichen Haus in ungeheizten Mansarden untergebracht. Sie sahen aus wie Vogelscheuchen, trugen Bürzis, waren knochig, von Kopf zu Fuss in Wolle gehüllt; der einzige Schmuck, der ihnen vergönnt war, bestand aus einem Wappenring und einer Kupferschnalle im Haar. Starben die Eltern, erbte der älteste Sohn Vermögen und Haus. Die Tochter diente dann der Familie des Bruders und half in Küche und Garten und kümmerte sich um den Nachwuchs.  In meiner Generation sprach der Vater, wenn man am Gymnasium in Mathematik nicht genügte (trotz guter Noten in Deutsch,…